Laut Klingbeil steht die Bundesregierung im engen, beinahe schon nervösen Austausch mit ihren europäischen Nachbarn und den relevanten Finanzinstituten. Angesichts der sich zuspitzenden Lage im Nahen Osten drängt er auf ernsthafte diplomatische Anstrengungen: Nur eine ehrliche und unkomplizierte Rückkehr an den Verhandlungstisch könnte Irans nuklearer und militärischer Bedrohung etwas entgegensetzen sowie dessen destabilisierende Außenpolitik eindämmen. "Es kommt jetzt darauf an, einen Flächenbrand durch die überzogene Vergeltung des iranischen Regimes zu verhindern – und ganz vorn steht dabei der Schutz der Zivilbevölkerung", so Klingbeil. Im denkbaren – wenn auch momentan noch unwahrscheinlichen – Fall eines Regierungswechsels im Iran betont er, dass die Menschen im Land ganz klar ein Recht auf echte Selbstbestimmung hätten, sollte das aktuelle Regime einstürzen.
Klingbeils Warnungen vor den Auswirkungen der Nahostkrise auf Finanz- und Rohstoffmärkte spiegeln die Sorge wider, dass geopolitische Unsicherheiten Märkte weiterhin erschüttern können. Inzwischen mahnen zahlreiche Wirtschaftsexperten und Regierungsverantwortliche weltweit Vorsicht und Flexibilität an; etliche Beobachter befürchten, dass vor allem die Energiepreise oder Lieferketten bei einer weiteren Eskalation empfindlich reagieren könnten. Zuletzt haben sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Finanzaufsicht verstärkte Monitoring-Maßnahmen angekündigt, um im Ernstfall gegensteuern zu können.