Kritik an ZDF wegen Danger-Dan-Absage: Linke stellt sich quer

Luigi Pantisano, Chef der Linken, wirft dem ZDF mangelnden Mut vor, nachdem das Management Rapper Danger Dan und Pianist Igor Levit aus 'Die Anstalt' ausgeladen hat. Seiner Ansicht nach sollte ein klar antifaschistisches Statement wie das Lied von Danger Dan im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu hören sein.

heute 14:55 Uhr | 2 mal gelesen

Die Tatsache, dass Danger Dan und Igor Levit nicht auftreten durften, wirkt für Pantisano nach einem Einknicken vor dem Druck der AfD, einer Partei, die im Prinzip gegen alles steht, wofür die öffentlich-rechtlichen Medien geschaffen wurden. Öffentliche Radios und Fernsehsender sollten – so Pantisano – mit denjenigen Schulter an Schulter stehen, die sich aktiv gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft stellen. Es sei ein fataler Fehler, jenen immer wieder Raum zu geben, die mit Hass und Hetze demokratische Werte untergraben wollen. Danger Dan, offenbar genervt, wirft dem ZDF offene Zensur vor. Das ZDF selbst sieht das ganz anders: Aus ihrer Sicht könnte der Songtext missverstanden werden, vielleicht sogar als Aufruf zu Gewalt – ein Widerspruch zu den eigenen Richtlinien. Man wolle sich künftig in einer Sondersendung von 'Aspekte' dokumentarisch mit dem Lied und Rechtsextremismus beschäftigen. Die Redaktion von 'Die Anstalt' hat sich öffentlich von der Chefetage des ZDF distanziert und will die Sperre kritisch thematisieren – also eine ziemlich ungewöhnliche Dynamik innerhalb des Senders. Ob das Publikum mit dieser Lösung zufrieden sein wird, bleibt die große Frage.

Die Diskussion um Danger Dans Ausladung von 'Die Anstalt' rückt mehrere größere Themen ins Zentrum: Wie viel Risiko sind öffentlich-rechtliche Sender bereit einzugehen, wenn es um klare antifaschistische Statements geht? Einerseits betont das ZDF, an Programmrichtlinien gebunden zu sein, andererseits geraten sie durch den öffentlichen Druck und interne Kritik immer stärker in Zugzwang. Zeitgleich wächst die Debatte über den Umgang des öffentlichen Rundfunks mit politischen Künstlern: Sollten kontroverse Standpunkte in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung ausgespart oder offensiv diskutiert werden? Neuere Stimmen von Journalisten, etwa in der taz oder der SZ, unterstreichen zunehmend, wie wichtig gerade jetzt die eindeutige Positionierung gegen Rechts ist, auch wenn das Reibung erzeugt. Im Netz erfährt Danger Dan große Solidarität – und für viele ist gerade diese Kontroverse ein warnendes Beispiel dafür, wie fragil das Fundament einer pluralistischen Öffentlichkeit bleibt. Das ZDF kündigte inzwischen eine intensivere Aufarbeitung des Falls und eine Diskussion im Rahmen mehrerer Sendeformate an.

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