Zugegeben, manchmal wundere ich mich schon, wie schnell an der Börse Nerven flattern. Oliver Burkhard, der Boss von TKMS, dürfte das ähnlich sehen. Kaum ziehen graue Wolken am Kurs-Horizont auf, wird gemunkelt, ob sein Werftkonzern mit den großen Rüstungsaufträgen aus Kanada und anderswo nicht überfordert sein könnte. Er wiederum winkt ab: 'Natürlich packen wir das! Sonst hätten wir nicht mal mitgeboten.'
Der Aktienkurs schwankte zuletzt enorm: Einst rauf auf 93 Euro, dann runter – jetzt dümpelt er unter 80. Hintergrund ist nicht nur das kanadische U-Boot-Projekt, sondern vor allem ein dicker, prall gefüllter Auftragsbestand von mittlerweile 20 Milliarden Euro – zehnmal so viel, wie TKMS letztes Jahr umsetzte. Und der Bundestag bestellt gleich noch eine Ladung Fregatten dazu. Kein Wunder, dass Anleger mal scharf die Stirn runzeln.
Doch Burkhard verweist zu Recht aufs Kerngeschäft: Die beeindruckende Werft in Wismar (das sind gut eine halbe Million Quadratmeter Hallen – stell dir mal die Ausmaße vor!) sorgt dafür, dass das Unternehmen bei Fertigung und Logistik gut dasteht. Klar, ohne Gegenwind geht es nicht – der plötzliche Rückzieher des Bundes beim F126-Fregattenprogramm hat das Vertrauen bei manchen zermürbt. Trotzdem betont man in der TKMS-Führung, dass man nicht beteiligt war und bei ausstehenden Projekten bestens gerüstet sei.
Spannend ist die Perspektive auf eine engere Zusammenarbeit mit der spanischen Werft Navantia – 'Wenn die Spanier mitziehen, könnten wir noch einen Gang hochschalten', so Burkhard. Bis Jahresende will er hier Klarheit haben. Währenddessen schielt das Unternehmen voller Erwartung auf einen Deal mit Indien: Sechs U-Boote für sagenhafte acht Milliarden Euro stehen in Aussicht – ein Geschäft, das schon eine halbe Ewigkeit diskutiert wird, zuletzt aber angesichts der finanziellen Sorgen Indiens nach der Energiepreiskrise ins Stocken geriet. Ursprünglich sollten die Unterschriften längst trocken sein, jetzt gibt sich Burkhard realistisch optimistisch: 'Ich gehe davon aus, dass der Auftrag noch 2024 kommt.'
Indien will nämlich bis zum 100. Jahrestag seines Bestehens rüstungstechnisch unabhängig sein – spätestens seit die Straße von Hormus dicht war, ist das sicher kein Wunder. Und trotz aller Unwägbarkeiten bleibt Indien (neben Singapur) ohnehin der wichtigste Kunde in der Region. Mal sehen, wie es weitergeht. Manchmal scheinen internationale Deals ja ähnlich vorhersehbar wie norddeutsches Aprilwetter.
TKMS durchlebt derzeit eine Phase starker Volatilität an der Börse, ausgelöst durch große Rüstungsaufträge und politische Unwägbarkeiten wie den deutschen Ausstieg bei Fregatten. Vorstandschef Burkhard zeigt sichtbare Zuversicht und gibt sich kämpferisch, was die Kapazitäten und Fähigkeiten seines Unternehmens betrifft – unterstützt durch die großen Produktionskapazitäten in Wismar, eine potenzielle Kooperation mit Navantia und den prall gefüllten Auftragsbüchern. Während ein gigantischer Auftrag aus Indien für sechs U-Boote aufgrund der regionalen Konkurrenz und Indiens politischen Reformbemühungen noch etwas auf sich warten lässt, bleibt das Management optimistisch, diesen Abschluss bis Jahresende einfahren zu können. Laut "FAZ" und übereinstimmenden Berichten aus der Branche verschärft die Rüstungslage in Asien den Wettbewerb, TKMS könnte aber von seiner langjährigen Erfahrung im Export profitieren. Laut aktuellen Recherchen gibt es in der internationalen Presse immer wieder Meldungen, dass die indische Regierung den Fokus auf heimische Produktion legt, sich jedoch in technologischen Schlüsselbereichen weiterhin auf deutsche Expertise stützt. Auch in anderen Industriepublikationen (z. B. "t3n", "Spiegel") wird betont, dass derartige Rüstungsaufträge immer mit geopolitischem Kalkül zusammenhängen – und Risiken durch politische Eingriffe (wie auch beim F126-Programm) ständig präsent bleiben.