Leichtes Plus bei Deutschlands Erdgasförderung – Trendwende nach langer Talfahrt

Nachdem Deutschlands Erdgasförderung mehr als zwanzig Jahre lang Jahr für Jahr zurückging, gab es erstmals ein kleines Wachstum.

heute 16:43 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn ich ehrlich bin: Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet 2025 die deutsche Erdgasförderung ihr jahrelanges Schrumpfen beendet? Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Niedersachsen (LBEG) präsentierte am Freitag den neuen Jahresbericht – mit Zahlen, die zwar keine Euphorie auslösen, aber doch irgendwie bemerkenswert sind. 4,5 Milliarden Kubikmeter Gas wurden im letzten Jahr aus „deutschen Böden“ gezogen, sagt das LBEG. Immerhin zwei Prozent mehr als 2024, und das – na klar – ist angesichts des immer wieder heraufbeschworenen „Endes des fossilen Zeitalters“ fast schon eine Überraschung. Der neue Hoffnungsträger im Zahlenwerk ist übrigens das Feld N05-A in der Nordsee, dass 2025 erstmals messbar zum Ergebnis beitrug; der Anteil lag bei etwa vier Prozent. Fast klingt das Ganze wie ein kurzes Aufbäumen in der langen Geschichte abnehmender Fördermengen. Die Geschichte beim Erdöl sieht anders aus: Als deutscher Rohstoff ist es weiterhin auf dem Rückzug, das Minus lag bei über vier Prozent, auf nun 1,6 Millionen Tonnen. Interessant – oder fast ironisch: Der Verlust bei den „sicheren“ Vorräten, egal ob Gas oder Öl, wurde auch dieses Jahr teilweise durch neu ausgewiesene Reserven abgefedert, aber der Trend kann das nicht wirklich drehen. Gasspeicher spielen weiterhin eine Rolle; sie nehmen geringfügig mehr Arbeitsgas auf und helfen, Versorgungsrisiken abzufedern. Was das alles für die Zukunft heißt? Vielleicht, dass sich an Grundsatzfragen im Energiemix gar nicht so viel ändert – ein Hauch von Stabilität in stürmischen Zeiten, aber als Gamechanger taugt dieses Plus (noch) nicht.

Die erstmalige Steigerung der deutschen Erdgasförderung seit 2003 markiert zwar eine Zäsur, bleibt aber quantitativ begrenzt: Mit 4,5 Milliarden Kubikmetern ist Deutschland weiterhin auf Importe angewiesen. Der Zuwachs stammt vor allem aus zusätzlichen Quellen wie dem Feld N05-A in der Nordsee, während die gesicherten Erdgas- und Erdölreserven weiterhin zurückgehen – laut LBEG um jeweils rund vier Prozent beim Gas und knapp zweieinhalb Prozent beim Öl. Neuere Meldungen aus der Energiebranche weisen darauf hin, dass selbst kleine Mengenzuwächse politisch und wirtschaftlich relevant werden können, vor allem im Kontext der globalen Energieunsicherheiten, der Transformation Richtung erneuerbare Energien und der aktuellen geopolitischen Gemengelage in Europa: Die politische Diskussion dreht sich zunehmend um Energiesicherheit und die Rolle heimischer Produktion – allerdings bleibt die Bedeutung deutscher Gasförderung im internationalen Vergleich gering.

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