Kubicki schimpft über AfD-Reise nach St. Petersburg: Politisches Theater statt Diplomatie

Wolfgang Kubicki, der neue Chef der FDP, ist sauer: AfD-Politiker auf Wirtschaftstrip nach Sankt Petersburg? Für ihn reine Show. Die AfD, so sagt er, mache Außenpolitik auf Laienschauniveau – und schade damit nicht zuletzt dem Ansehen Deutschlands.

heute 16:59 Uhr | 3 mal gelesen

Es wirkt fast wie eine Szene aus einem schrägen Provinzstück: Während die Welt auf Russland starrt, setzen sich einige AfD-Abgeordnete ins Flugzeug und reisen just nach Sankt Petersburg – angeblich zum Wirtschaftsforum. Kubicki kann darüber kaum den Kopf schütteln. "Das verkauft man dann gerne als durchdachte Realpolitik", so sagt er, aber am Ende gehe es wohl vor allem um ein bisschen Aufmerksamkeit für die eigene Partei. Was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack. „Ob sie ihr Treffen nun in der Tundra oder bei Wladimir Putin abhalten – auf Frieden oder Wohlstand in Deutschland hat das wahrscheinlich kaum mehr Einfluss, als wenn sie zuhause geblieben wären“, meint Kubicki trocken. Seine Skepsis ist spürbar: Etwas Sinnstiftendes für deutsche Belange erkennt er jedenfalls nicht. Was bleibt, ist Polemik und eine große Bühne – für die AfD, nicht für die Diplomatie.

Der Streit um die umstrittene Russlandreise von AfD-Politikern schlägt weiter Wellen – nicht nur innerhalb der FDP. Wolfgang Kubicki bezeichnet solche Aktionen klar als Schaulaufen, ohne echten Nutzen für Deutschland – wirtschaftlich oder außenpolitisch. Tatsächlich haben die meisten Parteien diese Reisen kritisiert: Sie befürchten eine Instrumentalisierung durch russische Propaganda und einen Dämpfer für die ohnehin schwierigen deutsch-russischen Beziehungen. Neueste Berichte zeigen, dass Moskau regelmäßig Kontakte zu extremen Kräften in Europa sucht, um eigene Ziele zu stützen. Reaktionen aus Regierungskreisen reichen von Kopfschütteln bis zu scharfer Ablehnung. Während die AfD ihre Reise als pragmatischen Dialog verkaufen möchte, sehen viele Medienbeobachter darin eher einen PR-Stunt als einen Beitrag zur Außenpolitik. Deutschland hat ohnehin aktuell keinen offiziellen Kontakt zu Russland auf Ministerebene – ein Punkt, den Kritiker immer wieder betonen.

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