Landtagswahl in Baden-Württemberg: Höhere Beteiligung als vor drei Jahren

Rund 41 Prozent der Wahlberechtigten in Baden-Württemberg gaben bis 14 Uhr am Wahltag ihre Stimme im Wahllokal ab. Das sind spürbar mehr als noch zur gleichen Zeit bei der vorigen Landtagswahl.

08.03.26 15:19 Uhr | 27 mal gelesen

Die Zahlen, die die Landeswahlleitung bekanntgab, lassen aufhorchen: Bis zum frühen Nachmittag haben schon 41 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuzchen gemacht – sofern sie eben kein Kreuz auf einem Brief gemacht haben. Die Briefe zählen in dieser Zwischenbilanz nicht mit. Das ist, sollte man vielleicht noch sagen, nicht ganz unwichtig. Denn 2021 hatte die Pandemie viele an den Küchentisch und nicht ins Wahllokal gelockt. Nur 31 Prozent hatten damals bis 14 Uhr persönlich gewählt. Vielleicht spielt der Wunsch nach Normalität oder das Wetter eine Rolle, vielleicht sind manche auch einfach wahlmüder – wer weiß das schon so genau. Es bleibt spannend: Noch bis 18 Uhr kann abgestimmt werden, dann rollen die Prognosen über die Bildschirme – und mancher fragt sich dann vielleicht an der Supermarktkasse: Ach stimmt, heute war ja Wahl. Am Ende lag die Beteiligung 2021 bei 63,8 Prozent. Ob diesmal mehr direkte Demokratie in Form von Wahlzetteln geschieht, bleibt abzuwarten.

Verglichen mit der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die Zahl der Frühwähler im Wahllokal deutlich gestiegen – Stichwort: pandemiefreie Wahlräume. Eine mögliche Erklärung ist die geringere Angst vor Ansteckung, dazu eine gesellschaftliche Debatte, die zuletzt durchaus polarisiert und mobilisiert hat (zu sehen an Protestwellen gegen Rechtsextremismus oder der Diskussion über Klimapolitik). Laut Beobachtern und denen, die regelmäßig über Wahlen berichten, ist unklar, wie viele Briefwähler die Statistik am Ende doch wieder relativieren könnten. Neuere Artikel berichten, dass die hohe Beteiligung auch mit der gestiegenen Anzahl an jungen Erstwählern zu tun haben könnte. Aktuelle Berichterstattung aus den letzten 48 Stunden legt nahe, dass die Debatten um gesellschaftliche Spaltung, Parteienspektrum und die Wahrnehmung politischer Konsequenzen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern einen Impuls zum Gang zur Urne gegeben haben. Man hört auch von einem stärkeren Engagement im ländlichen Raum.

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