Bei der letzten Vergabe des Christine-Lavant-Preises, die am 3. Oktober 2021 stattfand, stand die heimische Schriftstellerin Maja Haderlap im Rampenlicht. Unter den Gästen: Schauspielerin Isabel Karajan, die einen bemerkenswerten Brief Christine Lavants aus dem Juli 1958 vorlas, adressiert an Gerhard Lampersberg. Nachdenklich stimmende Passagen aus 'Das Wechselbälgchen' und fünf ausgewählte Gedichte wurden ebenfalls vorgetragen. Musikalisch wurde die Lesung vom Duo Bartolomey-Bittmann (Matthias Bartolomey am Cello, Klemens Bittmann an der Geige) atmosphärisch eingerahmt. Wer Lust bekommen hat, kann den Podcast 'Lavant hören' online – beispielsweise über die Webseite www.christine-lavant.com – oder via Spotify, Amazon Music, Apple Music, Deezer u.v.m. finden.
Für Lavant-Interessierte hat der Juni außerdem eine Reihe von Veranstaltungen parat: Ab 3. Juni erweckt Daniel Pascals Bühnenstück 'Du bist mir jetzt schon der Himmel und die Erde' erneut das Heunburg-Theater in Völkermarkt. Nähere Infos dazu gibt’s online unter www.heunburgtheater.at. Am 8. Juni lädt die Internationale Christine Lavant Gesellschaft gemeinsam mit Arnold Mettnitzer und Edgar Unterkirchner zum Lyrik- und Musikabend 'Diese Welt brennt' ins stimmungsvolle G’wölb im Pfarrwirt Heiligenstadt – rechtzeitig anmelden sichert kostenfreien Einlass (bis spätestens 5. Juni, Kontakt unter +43-1-961828233 oder office@christine-lavant.com). Am 13. Juni schließlich wird die Heunburg in Völkermarkt mit 'Diese Welt brennt' abermals zum atmosphärisch dichten Lavant-Bühnenraum. Mehr unter www.edgarunterkirchner.com oder direkt beim Theater.
Wer Rückfragen hat: Mag. Dr. Manfred Müller (Literarischer Beirat, office@ogl.at) und Dr. Hans Gasser (Präsident Lavant-Gesellschaft, hans.gasser@christine-lavant.com) haben stets ein offenes Ohr.
Die aktuelle Podcast-Folge von 'Lavant hören' bringt die facettenreiche Dichterin Christine Lavant auf ungewöhnliche Weise näher – Isabel Karajans sensible Lesung verbindert Vergangenheit und Gegenwart. Die Mischung aus literarischen Zeugnissen und Musik von Bartolomey-Bittmann verleiht dem Format einen intimen, manchmal beinahe improvisierten Charakter. Im Juni können Lavant-Fans zudem bei mehreren Veranstaltungen in Kärnten und Wien live in Literatur eintauchen – ein selten gewordener Raum für Poesie und die Auseinandersetzung mit einem oft unterschätzten Œuvre.
Neu recherchiert: Christine Lavant erlebt derzeit eine deutliche Renaissance im deutschsprachigen Raum. Verschiedene Zeitungen berichten über die wachsende Nachfrage nach Werken Lavants, insbesondere vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche und Fragen nach Heimat, Identität sowie psychischer Gesundheit ('Süddeutsche' und 'FAZ'). Auffällig: Auch jüngere Kulturschaffende entdecken Lavants Texte neu als „soundtrackartig vertonte“ Vorlage oder zur kritischen Reflektion von Ausgrenzung und Widerstand. Darüber hinaus fördert das Engagement der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, auch mittels digitaler Formate, eine neue Generation von Literaturinteressierten – nicht selten werden Lavant-Veranstaltungen zum Treffpunkt für kreative Netzwerke.