Leichter Aufwind: Deutsche Exporteure mit vorsichtigem Optimismus

Die deutsche Exportbranche spürt nach längerer Durststrecke einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die zu Jahresbeginn gestiegenen Erwartungen sind jedoch noch keine Garantie für eine umfassende Erholung.

heute 07:55 Uhr | 4 mal gelesen

Also, so richtig Euphorie will in der deutschen Exportwirtschaft noch nicht aufkommen, aber immerhin – es gibt Licht am Ende des Tunnels. Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef beim Ifo-Institut, findet zwar vorsichtige Worte, bringt aber auf den Punkt: Es weht ein Hauch Rückenwind, noch weit weg von einem kräftigen Sturm der Erholung. Auffällig optimistisch gestimmt zeigen sich vor allem die Branchen, die elektronische und optische Produkte herstellen – für die geht’s Richtung Plus. Die Autobauer sehen ebenfalls mit mehr Zuversicht ins Ausland, so richtig am Schwanken sind hingegen Papier, Druck und Chemie – die rechnen sogar eher mit Einbußen. Interessanter Twist am Rande: Lebensmittel- und Möbelproduzenten, sonst nicht die Exportschwergewichte, erhoffen sich plötzlich mehr Geschäfte jenseits der Landesgrenzen. Metall? Bleibt fast ein Rätsel – dort sind die Erwartungen zwar nicht schlecht, aber auch nicht himmelhochjauchzend. Und dann ist da noch das alte Thema Zölle, sprich: Plötzliche US-Entscheidungen lassen mal wieder die Stirn vieler Exporteure in Falten legen. Planbarkeit? Schwierig. Unsicherheit schwingt also weiter mit.

Die Ifo-Exporterwartungen sind im Februar leicht gestiegen und deuten auf eine vorsichtig verbesserte Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hin. Besonders im Bereich Elektronik und Automobil zeigen die Unternehmen mehr Zuversicht; hingegen beurteilen Papier-, Chemie- und Druckbranchen ihre Aussichten weiterhin skeptisch. Aktuell lasten geopolitische Unsicherheiten und schwankende Handelspolitik – vor allem unbeständige US-Zölle – schwer auf den Exportaussichten, aber speziell im Maschinenbau und Pharmabereich scheint sich eine gewisse Erholung abzuzeichnen. Zusätzlich zu den Branchenverschiebungen stellt der jüngste Ifo-Bericht heraus, dass der globale Wettbewerb durch Lieferkettenstörungen und den schwachen Euro weiterhin Herausforderungen für deutsche Ausführer bereithält. Viele Experten sehen eine mögliche Trendwende zum Besseren erst, wenn die internationalen Handelsbeziehungen stabiler werden und Energiepreise weiter sinken.

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