Linke warnt vor unausgewogener Belastung durch GKV-Reformen

Die Linke moniert, dass die jüngsten Reformideen zur gesetzlichen Krankenversicherung vor allem die Patientinnen und Patienten zur Kasse bitten, während Gutverdiener geschont werden. Sören Pellmann, Chef der Bundestagsfraktion, hält viele Details des Expertengremiums für untragbar und spricht von 'bitteren Pillen' für gesetzlich Versicherte.

heute 16:59 Uhr | 3 mal gelesen

Pellmann nimmt kein Blatt vor den Mund: Der Spitzengenosse sieht in den Vorschlägen der Kommission ein deutliches Schieflage. Gutbetuchte zahlten gemessen an ihrem Einkommen viel weniger ein, während Menschen mit durchschnittlichem Gehalt die Hauptlast schulterten. Besonders ärgerlich: Wohlhabende Eigentümer und Investoren werden in der Finanzierung bislang kaum einbezogen. Die vorgesehenen Maßnahmen wie das mögliche Ende der Familienversicherung oder weniger Zuschüsse für Zahnersatz bewertet Pellmann als einseitige Belastung. Die Linke fordert deshalb, die Finanzierung neu zu justieren – damit auch große Vermögen endlich angemessen beitragen.

Die Debatte um die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen hat zuletzt ordentlich Fahrt aufgenommen. Während die Expertenkommission diverse Einschnitte vorschlägt, kritisiert die Linke scharf, dass diese Vorschläge vor allem gesetzlich Versicherten - und damit oft Menschen mit geringerem Einkommen - schaden. Sören Pellmann fordert vielmehr, die Finanzierung gerechter zu gestalten, indem wohlhabende Schultern ihren fairen Anteil leisten – etwa durch eine Bürgerversicherung oder höhere Beiträge von Besserverdienenden. Die öffentliche Debatte wird dadurch weiter angeheizt, gerade auch mit Blick auf steigende Kosten im Gesundheitssystem und die demografische Entwicklung in Deutschland. Laut aktuellen Recherchen von Medien berichten Politiker verschiedener Parteien über Befürchtungen, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich in der Gesundheitsversorgung weiter öffnet. Darüber hinaus spielen Überlegungen eine Rolle, wie Digitalisierung, Pflege und steigende Arzneimittelpreise die Finanzierungsfrage der GKV zusätzlich erschweren.

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