Lohntransparenz: Warten, Hoffen, Nachfragen – Wie Deutschlands Beschäftigte sich auf Gehaltsklarheit einstellen

Eigentlich hätte die neue Gehaltstransparenz in deutschen Unternehmen schon 2026 Fahrt aufnehmen sollen – doch nun verschiebt sich der Start wohl ins Jahr 2027. Das Warten zerrt an den Nerven, denn viele Angestellte brennen regelrecht darauf, endlich mehr Licht ins Dunkel ihrer Gehälter zu bringen – das zeigt eine aktuelle Studie. Über die Hälfte steht schon in den Startlöchern, um die neuen Rechte aktiv einzufordern. Doch die geplante Transparenz birgt auch Konfliktstoff.

heute 11:23 Uhr | 3 mal gelesen

Obwohl sich die Einführung der Gehaltstransparenz nun verspätet, ist das Thema auf den Fluren und in den E-Mail-Postfächern der deutschen Unternehmen längst angekommen. Laut einer frischen Untersuchung – durchgeführt von Deel gemeinsam mit Censuswide – wollen bereits 56 Prozent der Arbeitnehmer:innen direkt nach Inkrafttreten das Recht nutzen, beim Chef nach dem Gehalt zu fragen. Für viele ist das nicht bloß Neugier, sondern auch eine Chance, die eigenen Verdienstmöglichkeiten bewusst zu überprüfen – und im Zweifel Konsequenzen zu ziehen: So würden 61 Prozent bei als ungerecht empfundenen Löhnen den Arbeitgeber wechseln.

Lohntransparenz als Test für Unternehmenskultur

Die Studie legt nahe: Mehr Offenheit könnte vieles durcheinanderwirbeln. Konflikte? Durchaus möglich, meinen beide Seiten. Zwei von drei Arbeitgeber:innen erwarten spürbare Reaktionen ihrer Teams, während fast 70 Prozent der Beschäftigten befürchten, die neuen Einblicke könnten zu Frust oder sogar Konflikten führen. Wie Firmen Gehaltsunterschiede erklären, entscheidet laut 73 Prozent der Befragten maßgeblich über die Akzeptanz im Büroalltag.

Interessant dabei: Eine große Mehrheit der Unternehmen gibt an, bereits heute transparente Gehaltsstrukturen zu bieten (78 Prozent). Aber nur gut 46 Prozent der Arbeitnehmenden fühlen das im täglichen Job tatsächlich so. Es klafft also eine Lücke zwischen Anspruch und Realität.

Maximilian Lux von Deel bringt es auf den Punkt: "Geld allein erklärt nicht alles. Es geht zunehmend um das Verstehen: Was steckt hinter den Beträgen?" Seine These: Mit mehr Transparenz müssen Unternehmen sich warm anziehen – gefragt ist erklärbare Fairness, nicht bloß das Zahlenwerk.

Die kleine Fußnote zur Studie

Repräsentativ befragt wurden je tausend Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen im Mai 2026, abgefragt und ausgewertet nach wissenschaftlich anerkannten Maßstäben von Censuswide.

Über Deel

Deel will Unternehmen die globale Personalarbeit erleichtern, indem sie Recruiting, Gehaltsabrechnung und Mitarbeiter-Management digital miteinander verzahnen – KI inklusive. Rund 37.000 Unternehmen setzen bereits auf die Plattform, die in fast jedem Land der Welt aktiv ist und von Payroll bis Hardware alles aus einer Hand liefert. Näheres auf deel.com.

Die geplante Einführung der Lohntransparenz in Deutschland verzögert sich, doch viele Beschäftigte sind bereit, die neuen Rechte aktiv zu nutzen und versprechen sich dadurch mehr Fairness in der Arbeitswelt. Die Mehrheit der Arbeitnehmer:innen möchte nach Inkrafttreten der neuen Regelungen sofort Gehaltsauskünfte einholen; dabei wird Transparenz als ein zentraler Wert für Vertrauen und Gerechtigkeit im Unternehmen angesehen. Gleichzeitig besteht die Sorge vor möglichen Spannungen und Konflikten, sollten Lohnunterschiede nicht überzeugend erklärt werden – ein Problem, das insbesondere in Unternehmen auftritt, deren bestehende Gehaltsstrukturen zwar formal existieren, aber von den Mitarbeitenden oft nicht als transparent erlebt werden. Ergänzende Recherchen zeigen: Laut [Süddeutsche Zeitung] wächst der Druck auf Politik und Unternehmen, die Lohntransparenz wegen anhaltender Ungleichheiten konsequenter umzusetzen; insbesondere Frauen und jüngere Beschäftigte setzen sich zunehmend für gleiche Bezahlung ein. Im [Spiegel] thematisiert ein Hintergrundbericht die wachsende Skepsis vieler Unternehmen, die zwar Transparenz versprechen, aber in der Praxis von der befürchteten Unruhe und Fluktuation im Team gebremst werden. Die [FAZ] berichtet derweil, dass mehrere Gewerkschaften angekündigt haben, das Thema Lohntransparenz politisch und juristisch stärker zu forcieren, um die ausstehende Umsetzung nicht weiter zu verzögern.

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