Die führenden Luftfahrtverbände in Deutschland versuchen gerade mit Nachdruck, den Zugang zu einem bislang hochgeschützten Kerosin-Pipelinesystem der Nato zu erhalten. Sie schrieben laut 'Spiegel' gleich mehrere Ministerien an – und zwar Finanzen, Verkehr sowie Wirtschaft. Der Ton? Deutlich alarmiert: Es geht um die Aufrechterhaltung der deutschen Verbindungen (schon die Betreffzeile ist da ziemlich eindeutig). Die Verbände betonen, dass Engpässe bei der Kerosinversorgung das Land empfindlich treffen könnten – man solle folglich die strategischen Reserven anzapfen. Auch auf EU-Ebene wird an Lösungen gedacht: So soll Kerosinmangel als 'außergewöhnlicher Umstand' in der Fluggastrecht-Verordnung gelten – keine Entschädigung also mehr für stornierte Flüge, falls Sprit fehlt. Kurios fast: Den Flugunternehmen wurde wohl zugesichert, bis Mitte Mai gäbe es zuverlässig Sprit. Danach? Schulterzucken seitens der Mineralölwirtschaft. Deshalb fordern die Verbände politischen Nachdruck. Und die Lufthansa selbst hat bereits reagiert und etwa 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen – Gespräche mit der Bahn laufen wohl parallel. Irgendwie ein Zeichen der Zeit: Die Energiekrise ist längst nicht mehr abstrakt.
Die deutsche Luftfahrtindustrie schlägt Alarm, weil die Kerosinversorgung absehbar wackelt. Im Hintergrund gibt es intensive Verhandlungen mit der Politik – angesichts knapper Brennstoffmengen fordern die Airlines nun Zugriff auf die bisher nur für Krisenfälle gedachten Nato-Pipelines. Hintergrund sind anhaltende geopolitische Spannungen sowie Engpässe auf dem Ölmarkt; so war laut Branchenberichten selbst das aktuelle Zeitfenster, in dem Kerosin garantiert werden könne, von der Mineralölindustrie auf wenige Wochen befristet. Kritisch wird dabei auch die europäische Fluggastverordnung diskutiert, die bisher eine Entschädigungspflicht für Flugausfälle vorsieht. Die Lufthansa hat proaktiv zehntausende Flüge ausgedünnt und sucht Alternativen im Schienenverkehr. Recherchen in aktuellen Berichten zeigen, dass insbesondere die kurzfristigen Sicherheiten auf dem europäischen Energiemarkt bröckeln – auch andere Branchen setzen bereits auf staatliche Unterstützung. Unterdessen fordern Wirtschaftsexperten und Umweltgruppen, die Debatte über den Zugang zu strategischen Energiereserven müsse langfristiger und nachhaltiger geführt werden.