Der neue Bericht von Camunda wirbelt ordentlich Staub auf: Knapp drei Viertel der großen Unternehmen geben offen zu, dass es beim Einsatz von KI-Agenten einen spürbaren Unterschied zwischen ehrgeizigen Visionen und dem tatsächlichen Alltag gibt. Zwar behaupten ganze 71 Prozent, bereits künstlich intelligente Agenten einzusetzen, doch im vergangenen Jahr schafften nur magere 11 Prozent der Pilotprojekte den Sprung in den Routinebetrieb. Die Hälfte der Entscheider:innen mahnt, dass schlecht gemanagte KI-Agenten bestehende Prozessprobleme sogar verschlimmern könnten.
Befragt wurden 1.150 Führungskräfte aus vier Ländern, darunter Deutschland, und obwohl fast überall experimentiert wird, blockiert vor allem eins den großen Durchbruch: fehlendes Vertrauen. Typisch ist daher, dass rund 80 Prozent ihre KI-Agenten eher für harmlose Aufgaben einsetzen – als Chatbots zum Beispiel oder zum Zusammenfassen von Texten – aber kaum im Herzstück geschäftskritischer Abläufe. Und: Fast die Hälfte erklärt, dass ihre KI-Tools in Datensilos versauern, statt wirklich alle Unternehmensprozesse zu durchdringen.
Camunda-Manager Kurt Petersen trifft es auf den Punkt: 'Das Potenzial ist riesig, doch ohne Vertrauen bleibt KI im Kämmerchen. Flohmarkt statt Estrich.' Solange Transparenz und wirksame Steuerungsmechanismen fehlen, trauen viele nur Testballons oder Nebenrollen. Doch wenn das erlebt wird, kann Automatisierung wirklich Wirkung entfalten – und KI-Agenten wachsen von netten Helfern zu tragenden Säulen kompletter Prozesse.
Zwischen Fortschritt und Kontrollverlust
Fakt ist: Die meisten Unternehmen wachsen messbar durch Automatisierung – fast alle meldeten Zuwächse, und ihr Anteil steigt Jahr für Jahr. Durchschnittlich läuft nun schon gut die Hälfte der Arbeitsschritte automatisch ab, in wenigen Jahren sollen es beinahe zwei Drittel sein. Fast 80% wollen deutlich mehr Budget in Automatisierung stecken. Doch je weiter Technologielandschaften zerstückelt werden, desto schwieriger wird das Management der vielen Beteiligten an einem Prozess. Mit anderen Worten: Je mehr Endpunkte, umso größer die Not, neue Werkzeuge für Übersicht und Steuerung zu bekommen.
'Agentic Orchestration': Die Vision ist da, die Praxis noch reifebedürftig
Der große Wurf soll aus der Verknüpfung von 'harten' und dynamischen Abläufen entstehen: Agentenbasierte Orchestrierung will allen Prozessen ein Stück Denkleistung einimpfen, so dass Prozesse sich flexibel anpassen, ohne die Stabilität zu verlieren. Petersen betont: Nicht einzelne Agenten, sondern deren intelligente Koordination ebnet den Weg, Vertrauen und Effizienz zu verbinden. Das sei – so sein Fazit – die nächste Stufe der Unternehmensautomatisierung, wenn Experimente zu echten Betriebsmuskeln werden.
Hintergrund zur Studie
In Auftrag gegeben bei Coleman Parkes, beantworteten Entscheider:innen aus dem Bereich IT und Prozessmanagement in Riesenunternehmen (meist über 1.000 Leute an Bord) Fragen zu ihren Erfahrungen mit Automatisierung. Befragte kamen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Erhebung lief im Herbst 2025 online.
Wer ist Camunda eigentlich?
Camunda versteht sich als Spezialist für die Koordination und Steuerung von Geschäftsprozessen durch smarte Agenten – von der Wissensarbeit bis zum Tagesgeschäft. Etliche bekannte Großunternehmen nutzen Camunda, um rascher Gewinne zu realisieren, Abläufe zu beschleunigen und die Kunden zufriedener zu machen. Mehr Infos: camunda.com.
Der "2026 State of Agentic Orchestration and Automation Report" von Camunda verdeutlicht, dass etliche Großunternehmen weiterhin Schwierigkeiten haben, ihre Ansprüche an KI-Automatisierung mit der operativen Wirklichkeit in Einklang zu bringen. Aktuell nutzen viele Unternehmen KI-Agenten, aber meist nur für einfache Aufgaben – insbesondere weil Vertrauen in die Technologie fehlt und die Integration in kritische Geschäftsprozesse hapert. Die Studie bestätigt jedoch einen Trend zu mehr Automatisierung und steigenden Investitionen, wobei insbesondere die dezentrale IT-Landschaft und fehlende Integrationslösungen große Hürden darstellen. Ergänzend finden sich in aktuellen Medien Stimmen, die sowohl auf die Chancen als auch auf die Risiken von KI in der Realwirtschaft hinweisen: Risiken wie Blackbox-Entscheidungen, unzureichende Regulierungen und das hohe Innovationstempo werden wiederholt benannt. Zudem gibt es Berichte über wachsende Forderungen nach transparenten KI-Prozessen und zahlreiche Pilotprojekte, die Erfolgsfaktoren und Stolpersteine für die breite Anwendung im Unternehmensalltag sichtbar machen.