Politisches Ringen in der Ampel: Bundesregierung bleibt gelassen trotz Streit um Steuerpläne

Trotz hitziger Debatten um die jüngsten SPD-Steuerpläne strahlt die Bundesregierung demonstrative Ruhe aus – alles im Rahmen demokratischer Prozesse, meint Regierungssprecher Stefan Kornelius.

heute 14:21 Uhr | 3 mal gelesen

Ganz ehrlich: Wer Politik ein bisschen verfolgt, kennt das Auf und Ab binnen einer Woche. Irgendwer wirft einen neuen Vorschlag in die Runde – diesmal waren es die Sozialdemokraten mit ihren Reformansätzen zur Erbschaftsteuer – und schon brodelt es, insbesondere bei der Union. Regierungssprecher Stefan Kornelius lässt sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Seiner Auffassung nach läuft alles seinen gewohnten Gang. Klar, die Diskussionen zwischen Parteien, diese gegenseitigen Prüfsteine und Wortgefechte: Das gehört zum Tagesgeschäft. Kornelius ruft dazu auf, genau darin den demokratischen Normalmodus zu erkennen – ein bisschen wie beim Familientreffen, wo verschiedene Meinungen manchmal lauter werden, aber niemand gleich das Geschirr schmeißt. Die angedeuteten Verwerfungen, etwa die harsche Kritik von Christian von Stetten, dem Sprachrohr des Parlamentskreises Mittelstand, werden von der Regierung gar nicht besonders kommentiert. 'Demokratien leben davon, dass sie Interessen abgleichen', sagt Kornelius sinngemäß. Und manchmal – das zeigen die Erfahrungen aus diversen Legislaturperioden – sind gerade diese Reibereien die Würze des Parlamentsgeschehens. Es gibt selten völlig perfekte Harmonie, und wahrscheinlich, wer ehrlich ist, würde das auch keinem guttun.

Aktuell sorgt der Vorschlag der SPD, die Erbschaftsteuer zu reformieren, für Unruhe innerhalb der Regierungskoalition, insbesondere weil Wirtschaftsvertreter und Unionspolitiker dies als Gefahr für deutsche Familienunternehmen sehen. Regierungssprecher Kornelius zeigt sich jedoch entspannt und betont, dass solche Kontroversen nichts Ungewöhnliches seien und vielmehr zur politischen Willensbildung beitragen. Deutschland erlebt in diesen Wochen einen vertrauten Balanceakt: Unterschiedliche Interessen werden ausgetragen, scharfe Worte fallen – doch der eigentliche Koalitionsfrieden scheint damit nicht zwangsläufig gefährdet. Neue Recherchen der letzten 48 Stunden bestätigen das Bild: Unter anderem wurden auf taz.de und zeit.de Stimmen aus den einzelnen Parteien gesammelt, die die aktuellen Steuerdebatten einordnen; viel Aufregung, aber kein sichtbarer Bruch. DW.com betont in einem aktuellen Hintergrundbericht, wie wichtig offene Verhandlungsprozesse für die Demokratie sind. Was auffällt: Gerade die Debatten um Steuerpolitik und soziale Gerechtigkeit ziehen sich inzwischen wie ein roter Faden durch zahlreiche Politik-Berichte.

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