VATM warnt: Deutsche Telekom könnte wieder zum Quasi-Monopolisten werden

Der Branchenverband VATM sieht durch den Glasfaserausbau eine wachsende Marktmacht der Telekom – zum Nachteil von Kunden und Mitbewerbern, warnt Präsidentin Valentina Daiber.

heute 00:02 Uhr | 3 mal gelesen

Deutschland geht seinen eigenen, manchmal etwas eigenwilligen Weg in Sachen Glasfaser. Während sich in vielen europäischen Ländern die Marktanteile der traditionellen Platzhirsche, also der einstigen Staatsunternehmen, langsam aber stetig verflüchtigen, dreht sich bei uns das Rad in die andere Richtung: Die Deutsche Telekom baut ihren Einfluss im Glasfasermarkt weiter aus. VATM-Präsidentin Valentina Daiber betont, dass das eigentlich niemanden glücklich machen sollte – weder den Staat noch die Verbraucher. Ihren Worten zufolge läuft der Zugang anderer Anbieter zum Netz der Telekom in der Praxis mehr schlecht als recht. Gleichzeitig scheint die Telekom wenig Lust zu verspüren, die Netze der Konkurrenz zu nutzen, um damit eigene Kunden zu bedienen. Der Fallstrick dabei: Genau darauf kommt es aber an, um die zähe Konkurrenz überhaupt zu beleben. Daiber hebt zwar die Bedeutung freiwilliger Kooperationen hervor – aber selbst gesetzlich geregelte Fairness scheint hier noch in weiter Ferne. Und mitten in diese Debatte prescht das Digitalministerium jetzt mit einem Referentenentwurf für eine TKG-Novelle, deren Ziel angeblich der schnellere Glasfaserausbau ist. Entscheidend, so Daiber, bleibe aber eins: Ohne echten Wettbewerb, klare Spielregeln und gleiche Chancen für alle investiert am Ende kaum jemand Milliarden. Und was bleibt dann? Altbekannte Strukturen, die sich in neuem Glasfaser-Gewand tarnen.

Der Glasfasermarkt in Deutschland bleibt in Bewegung – jedoch mit Tendenz zur alten Dominanz der Deutschen Telekom. Während politische Vorhaben wie die TKG-Novelle eigentlich Investitionen und Wettbewerb vorantreiben wollen, sieht VATM-Präsidentin Daiber in der Realität gravierende Defizite: Alternative Anbieter haben erschwerten Zugang zum Telekom-Netz, es fehlt an echter Durchlässigkeit und an Willen zu echter Kooperation. Branchenexperten warnen, dass so neue Monopolstrukturen entstehen könnten, was letztlich Innovation und Verbraucherschutz bremst. Laut aktuellen Berichten (z.B. von DW, taz sowie FAZ) stehen sich Telekom und Wettbewerber bei Verhandlungen oft unversöhnlich gegenüber, wobei vor allem kleine Anbieter um faire Chancen fürchten. Die Bundesregierung wird nun stärker in die Pflicht genommen, den Markt zu öffnen und Infrastruktur fair verfügbar zu machen, damit Digitalisierung und Gigabit-Ausbau nicht ins Stocken geraten. Auch aus dem europäischen Vergleich ist klar: Marktvielfalt und offene Netze haben sich allerorten als Innovationstreiber erwiesen.

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