Schon zu Beginn wurde deutlich: Künstliche Intelligenz im Projektmanagement ist kein Thema, das man allein der IT überlassen kann – vielmehr ist Führung gefragt. Die KI übernimmt zwar mehr und mehr Routineaufgaben, bleibt aber so etwas wie der Co-Pilot, während die Verantwortung beim Menschen bleibt. In unterschiedlichen Workshops stellten die Teilnehmenden fest, dass Projekte selten an Technik, sondern eher an mangelndem Vertrauen scheitern. Deshalb ging es viel um Governance, Compliance und wie man mit der neuen Technologie einen sicheren Rahmen schafft. Ein roter Faden war der Wandel vom Werkzeug-Denken hin zum System-Denken: KI als Teil eines Gesamtgefüges, auf das es ankommt, um in der Flut der technischen Neuerungen nicht die Orientierung zu verlieren. Besonders spannend: KI-gestützte Assistenten können zukünftig fast wie digitale Kollegen auftreten – sie übernehmen, entlasten, schaffen Luft für die zwischenmenschliche Ebene.
Im Leadership-Workshop zeigte sich, wie KI-Modelle auf ethische Dilemmata teils sehr unterschiedlich reagieren, was Führungsstärke verlangt – man muss steuern, anleiten, mitdenken. Das Dilemma: Je mehr Intelligenz in der Software, desto wichtiger die Einordnung durch den Menschen. Gleichzeitig wurde im Risikomanagement-Workshop die Begeisterung für KI-Tools offenbar: Endlich ein Instrument für den eher ungeliebten, aber unverzichtbaren Aspekt des Projektalltags, hieß es dort. Manche Projekte sind bislang nicht am Plan, sondern an schwacher Kommunikation gescheitert – daher auch ein großes Augenmerk darauf, wie KI helfen kann, Informationen klar, emotional passend und für verschiedene Zielgruppen aufbereitet zu vermitteln.
Besonders praktisch: KI kann auch helfen, Teamwissen zu sichern, wenn Mitarbeitende ausfallen. Im Workshop zu Microsoft-365-Tools zeigte sich, dass es oft die mitgelieferten Bordmittel sind, die den Alltag erleichtern, statt einer Flut von Spezialsoftware. Im kreativen Abschluss ging es dann darum, die Skizze eines eigenen KI-Agenten für das eigene Projekt zu entwickeln – mit etwas Vorstellungskraft wird da aus künstlicher Intelligenz ein smarter digitaler Teamplayer.
Im Kern steht fest: KI im Projektmanagement ist primär eine Aufgabe für Führung und kreative Gestaltung, weniger für die IT-Abteilung. Der Einsatz von KI verändert Teams, Kommunikationsstrukturen und erfordert neue Kompetenzen – insbesondere im Umgang mit Ethik, Vertrauen und Datenhoheit. Darüber hinaus gibt es aktuell Hinweise, dass viele Unternehmen noch mit der Integration der Technologie ringen: Laut aktuellen Berichten (z. B. vom Handelsblatt) setzen viele Firmen zwar auf KI, doch fehlt es oft an Strategie, Datenschutz-Knowhow und rechtlichen Rahmenbedingungen. Auch der Fachkräftemangel und die Angst vor Kontrollverlust prägen die Diskussion. Ein weiteres Thema: Gerade das Change Management rund um KI wird immer häufiger als kritische Führungsaufgabe gesehen. Neue Studien zeigen zudem, dass der Nutzen von KI-Tools stark vom richtigen Mindset und der Bereitschaft abhängt, Kommunikations- und Führungsstile zu verändern – ein Punkt, der auf dem GPM Focus mehrfach betont wurde. Wichtig scheint auch: Die Einbindung von Mitarbeitenden bei der Einführung von KI erhöht Akzeptanz, Motivation und Sicherheit.