Mit Fakten gegen das Chaos: „Rabbit Hole“ – das neue Debunking-Format von tagesschau und NDR auf YouTube

Hamburg – Wer hat noch nicht beim Scrollen durch Instagram oder TikTok daran gezweifelt, was davon eigentlich stimmt? Gerade in Zeiten, in denen Fake News und KI-Quatsch wie Pilze aus dem virtuellen Boden schießen, dürfte Orientierung Gold wert sein. Das haben sich auch tagesschau und NDR gedacht – und legen jetzt mit dem frischen YouTube-Format „Rabbit Hole“ los. Dort wird nicht einfach nur aufgedeckt, was falsch ist, sondern mit offenen Karten gezeigt, wie dieser Nachweis entsteht – ein digitaler Blick hinter die Kulissen der Recherche, speziell zugeschnitten für junge Erwachsene.

heute 07:09 Uhr | 9 mal gelesen

Am 9. März um 16 Uhr fällt der Startschuss für „Rabbit Hole“: das neue Videoangebot von ARD und NDR auf der ARD Mediathek, dem YouTube-Kanal der tagesschau und ab und zu auch auf TikTok. Ganze fünf Minuten Faktenjagd – pro Folge. Keine geheimnisvollen Redaktionsflure: Hier dürfen die Zuschauer:innen quasi Mäuschen spielen, wenn die Hosts (Chiara Battaglia, Ciara Cesaro-Tadic und Johannes Runge) mit dem NDR-Faktencheck-Team in Echtzeit den Spuren von Fakes, Halbwahrheiten oder schlicht manipuliertem Unsinn im Internet nachgehen. Was wirklich ungewöhnlich ist: Im Mittelpunkt steht weniger das fertige Urteil, als vielmehr der Prüf-Prozess selbst. Man bekommt en détail gezeigt, wie Bilder verifiziert oder Quellen auf ihren Ursprung zurückverfolgt werden. NDR-Verifikationschef Sven Lohmann bringt den Kern auf den Punkt: „Desinformation ist inzwischen so clever gemacht, dass bloßes Richtigstellen nicht mehr genügt.“ Darum erklärt „Rabbit Hole“ nicht nur die Tricks von Fake-Videos oder KI-generierten Storys, sondern lässt das Publikum selbst zum kleinen Recherche-Profi werden. Wissen teilen statt Gatekeeping, sozusagen. Die erste Folge – zum viel zu harmlos wirkenden Trend der „sprechenden Gemüsevideos“ – entlarvt, wie harmlose Animationen sich als Tarnung für pseudowissenschaftliche Geschäftemacherei entpuppen. International mächtig viral gegangen, steckt darin oft eine Masche mit falschen Gesundheitstipps, abbrechenden Diäten und dem lockeren Griff nach dem Portemonnaie der Zuschauer. Hinter der Kamera arbeiten drei Stamm-Hosts: Chiara Battaglia, erfahren im „FakeCheck“-Format, aktuell NDR Niedersachsen; Ciara Cesaro-Tadic, investigativ & Podcast-erprobt („Machiavelli“); Johannes Runge, Ex-ZDF, jetzt investigative Projekte bei team.recherche. Kontakt zur Redaktion gibt’s übrigens ganz oldschool via E-Mail – fast schon beruhigend unaufgeregt.

Mit „Rabbit Hole“ wagt die tagesschau gemeinsam mit dem NDR eine neue Herangehensweise im Kampf gegen Desinformation auf Social Media: Statt plumpe Korrektur oder schnelle Skandale gibt es transparente Recherche-Prozesse zum Mitverfolgen, die Medienkompetenz stärken sollen. Die Sendung zeigt besonders jungen Erwachsenen, wie sie im Onlinedschungel selbstverdächtige Inhalte erkennen, zurückverfolgen und überprüfen können. Kritischere Stimmen merken an, dass solche Formate wichtig sind, da mit KI-Tools und Deepfake-Technologien die Grenze zwischen echt und falsch im Netz zunehmend verschwimmt – der Journalismus müsse mithalten, statt hinterherzulaufen. Aktuelle Ergänzungen aus der Recherche: Laut jüngsten Berichten ist die Zunahme von KI-generierter Desinformation in sozialen Netzwerken deutlich spürbar; mehrere Artikel warnen, dass Social Media-Plattformen weiterhin große Schwierigkeiten haben, solche Inhalte effektiv auszufiltern. Erst kürzlich zeigte eine Analyse, dass viele Influencer und Werbetreibende gezielt auf virale Effekte von inszenierten oder gefälschten Videos setzen, wobei jüngere Nutzergruppen besonders leicht zu beeinflussen sind. Verschiedene Medienexperten fordern daher regelmäßige Medienbildung sowie ein stärkeres Bewusstsein für die Taktiken und Motive hinter viralen Internetphänomenen – Formate wie „Rabbit Hole“ könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Schlagwort aus diesem Artikel