Mit Menopause zum Comedy-Hit: Annette Frier startet mit neuer Joyn-Serie

Wechseljahre als Witz? Annette Frier macht's vor! Heute beginnt ihr Comedy-Abenteuer "Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage" gratis bei Joyn. Warum ein bisschen Selbstironie und viel Ehrlichkeit in Sachen Menopause gerade jetzt so dringend gebraucht wird.

10.11.25 11:11 Uhr | 67 mal gelesen

Manche Themen, so scheint’s, halten sich wacker im Schatten – etwa die Wechseljahre. Dabei trifft’s früher oder später jede. Annette Frier, sowieso nie um einen schrägen Einfall verlegen, nimmt nun exakt dieses Tabu auseinander. Keine Gnade, viel Humor, ein paar schräge Seitenhiebe auf die eigene Karriere und das zähe Showbiz. Sie spielt sich ziemlich unverblümt selbst oder zumindest – wie sie Späße gravitätisch verkündet: "zu rund 57 Prozent". Frier, frisch fünfzig, ringt in der Serie nicht nur mit den berüchtigten Hitzewallungen, sondern auch mit gesellschaftlichen Erwartungen, dem abrupten Karriereknick in den besten Jahren und einer Tochter, die bereits mit Nachwuchs winkt. Ihr Mann? Ist in Liebesdingen längst auf junges Gemüse umgestiegen. Ihr Agentin? Traut ihr fast nur noch Omi-Rollen zu. Und so beginnt eine Odyssee auf der Suche nach einer würdigen Rolle – nicht nur im Fernsehen. Die Story – federleicht inszeniert von Felix Stienz und produziert vom satirisch versierten Good Humor-Team – ist so ehrlich, dass man abwechselnd lachen, nicken und schlucken möchte. Neben Frier glänzt übrigens auch das Montagabend-Paket von SAT.1: Nach dem "Letzten Bullen" darf Frier noch mal ran. Wechseljahre als Primetime-Hit – find ich mutig. Und auch ein bisschen überfällig übrigens.

Annette Frier bringt mit ihrer neue Comedyserie "Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage" frischen Wind ins deutsche Fernsehen und bricht ironisch mit dem Tabu rund um die Menopause. Die Serie bietet einen selten konkreten, humorvollen Blick auf das Leben einer Frau um die 50, ihre Herausforderungen in Familie und Beruf und die Eigenarten des Fernsehgeschäfts. Recherchen zeigen, dass Frier damit einen Nerv trifft: Laut taz ist die Sichtbarkeit weiblicher Alterungsprozesse in der deutschen Medienlandschaft bisher gering. Zeit.de diskutiert in einem aktuellen Beitrag, wie ungeschminkt und sarkastisch Frier den Wechseljahren einen eigenen Ton gibt, und in der Süddeutschen Zeitung wird betont, dass gerade ältere Schauspielerinnen lange auf solch ein Format gewartet haben. Frier ist nicht nur Hauptdarstellerin, sondern auch Koproduzentin – ein Schritt, den sie selbst als Befreiungsschlag bezeichnet. Im Zusammenspiel mit Kolleg:innen und einem sichtlich gut gelaunten Produktionsteam entsteht so eine Pointen-perfekte, unberechenbare Serie, wie sie im deutschen Free-TV selten ist.

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