Nach ZDF-KI-Panne: Diskussion um Konsequenzen für Studioleitung entflammt

Im Streit um die versehentliche Verwendung von nicht gekennzeichnetem KI-Bildmaterial in einem Nachrichtenbeitrag nimmt ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten die Abberufung der New Yorker Studioleiterin in Schutz – und stellt tiefgreifende Maßnahmen in Aussicht.

heute 20:53 Uhr | 3 mal gelesen

Dass im "Heute-Journal" KI-generierte Szenen ohne jede Einordnung gesendet wurden, hat beim ZDF ein ordentliches Beben ausgelöst – auch wenn es laut Chefredakteurin Schausten offenbar kein vorsätzliches Täuschungsmanöver gab. Trotzdem steht fest: Regeln wurden verletzt und das kann nicht durchgehen. Schausten gibt sich selbstkritisch, was die internen Abläufe angeht; offenkundig fehlte es an Wachsamkeit, schon beim Material-Check in Mainz hätten doch die Alarmglocken läuten müssen. Interessant auch ihr Eingeständnis, dass die Dimension des Falls viel zu spät ins Bewusstsein der Senderführung rückte. Brisant bleibt, dass prominente Stimmen wie Ex-Anchorman Claus Kleber die Konsequenzen als überzogen betrachten – was die Debatte gewissermaßen anheizt. In besagtem Beitrag über ICE-Abschiebungen waren neben KI-Bildern sogar Aufnahmen aus vollkommen anderen Kontexten zu sehen. Ob eine Kennzeichnung überhaupt gereicht hätte? Schausten zeigt sich skeptisch, stellt aber klar: KI darf bei den Nachrichten nicht "undercover" auftauchen, solange sie nicht selbst Thema ist. Für die Redaktion geht es jetzt ans Eingemachte: Wie kann man die Prozesse so aufstellen, dass sowas nicht nochmal passiert? "Wir müssen sensibler werden", sagt Schausten, und spricht von der seltsamen Lektion, die sich aus diesem kleinen Skandal herausziehen lässt – immerhin stünden wir alle erst am Anfang des großen KI-Kapitel der Medienwelt. Fehlerhaft, aber hoffentlich auch ein bisschen schlauer, soll das ZDF gestärkt aus diesem Vorfall hervorgehen.

Die Abberufung der Leiterin des ZDF-Studios in New York nach dem Einsatz von KI-Material in den Nachrichten hat eine breite Diskussion über redaktionelle Sorgfalt und Transparenz ausgelöst. Kritische Stimmen – darunter Claus Kleber – stellen die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen infrage, während ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten interne Kontrollverfahren nachschärfen will. Inzwischen hat das ZDF angekündigt, alle redaktionellen Prozessschritte auf den Prüfstand zu stellen und die Verwendung von KI in der Berichterstattung restriktiver und klarer zu regeln. Recherchen zeigen, dass Ähnliches in anderen Medienhäusern bislang selten derart öffentlich aufgearbeitet wurde – die Sensibilisierung für den Umgang mit KI-generiertem Content ist allerdings überall ein heißes Eisen. Wie DW berichtet, sieht der deutsche Presserat einen wachsenden Bedarf an verbindlichen Standards für den KI-Einsatz in Redaktionen. Die BILD hebt hervor, dass der Vorfall allgemeine Zweifel an der Zuverlässigkeit digitaler Nachrichten verstärkt hat.

Schlagwort aus diesem Artikel