Nachhaltigkeitsvorsatz 2026: Fisch – mit Genuss und gutem Gewissen wählen

Neues Jahr, neue Möglichkeiten: Vielleicht ist 2026 der richtige Anlass, nachhaltigen Fischkonsum auf die Liste der guten Vorsätze zu setzen. Kaum jemand denkt darüber nach, wie sehr der eigene Speisezettel Einfluss auf Meere und Klima nimmt – und dabei lässt sich gerade beim Thema Fisch ein echter Beitrag leisten. Wie das funktionieren kann, verraten die Expertinnen Dr. Kristina Barz (Thünen-Institut) und Julia Steinberg-Böthig vom Fisch-Informationszentrum e.V.

06.01.26 09:31 Uhr | 17 mal gelesen

Ich gebe zu: Für mich ist eine dampfende Portion gebratener Kabeljau schon fast Trost in dunklen Winterwochen. Doch was hat's mit nachhaltigem Fischeinkauf tatsächlich auf sich? Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gehören Fisch und Meeresfrüchte regelmäßig auf den Speiseplan – die liefern seltenes Vitamin D, jede Menge Eiweiß und diese berühmten Omega-3-Fettsäuren. Klingt nach Win-win. Allerdings: Wer Fisch isst, entscheidet auch mit, wie behutsam Meere behandelt werden. Also lohnt sich ein genauer Blick. 1. Beim Einkauf: Herkunft und Produktionsart spielen eine Rolle. Labels wie MSC (Wildfang) und ASC (Aquakultur) sind ein Anhaltspunkt, aber nicht das Ganze. Wer hinterfragt, lernt oft sogar noch den Lieblingsfischhändler besser kennen. 2. Wissen ist Macht: Wie bedroht eine Art ist, steht selten auf dem Preisschild. Die Plattform "Fischbestände Online" lässt sich bequem zu Hause oder per Smartphone unterwegs konsultieren – für neugierige Esser ein Muss. 3. Muscheln – unterschätzte Superhelden: Sie wachsen quasi von allein, bringen das Wasser in Schuss und passen sogar in schnelle Gerichte oder Salate. Klimafreundlicher snacken geht kaum. 4. Regional heißt oft ressourcenschonend: Forelle aus heimischem Teich statt Thunfisch aus der Dose, dazu kurze Transportwege und Lebensräume für andere Tiere – ein Gewinn für den lokalen Kreislauf. 5. Essensreste – der Kreativtest: Ob Fischaufstrich, Suppe oder asiatische Pfanne – am Ende werden aus Überbleibseln oft Lieblingsrezepte. Spart Geld, Zeit und Müll. 6. Algen – mehr als Sushi-Beilage: Sie wachsen schnell und brauchen so gut wie nichts außer Meerwasser und Sonne. Sogar als Futteralternative für etwa Lachs gezüchtet; also einfach mal testen, ob Wakame oder Nori schmeckt. 7. Aquakultur – keine Einbahnstraße: Moderne Zuchtanlagen nutzen Wasser mehrfach, vermeiden Überfänge und setzen auf nachhaltiges Futter. Wichtig beim Einkauf: Siegel wie das ASC oder Bio-Zertifikate geben Sicherheit (wobei kritische Nachfragen trotzdem sinnvoll bleiben). Ach ja: Nachhaltigkeit im Fischfang heißt nicht nur, Bestände zu schützen, sondern auch, Arbeitsbedingungen und Fairness gegenüber den Menschen in der Kette mitzudenken. Und was bleibt? Fisch kann tatsächlich beides: Genuss und Zukunft sicherstellen – wenn wir neugierig und umsichtig wählen.

Nachhaltiger Fischverzehr ist nicht nur ein Thema für Gourmetfreunde, sondern für alle, die den Erhalt der Ozeane und verantwortliche Esskultur ernst nehmen. Neben klassischen Siegeln sind individuelle Recherchen – etwa zu regionalen Beständen oder alternativen Meeresprodukten wie Muscheln und Algen – wichtige Bausteine bewusster Ernährung. Neuere Entwicklungen aus großen Medienhäusern und Umweltportalen zeigen: Trotz anhaltender Überfischung bekennen sich immer mehr Fischereien und Einzelhändler zu strengeren Standards und innovativen Aquakultur-Techniken, um das Gleichgewicht zwischen Nachfrage, Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit herzustellen. Laut der Süddeutschen Zeitung setzen Verbraucher*innen zunehmend auf regionale Fische, was die heimische Aquakultur stärkt und Transportemissionen reduziert. Zudem greifen Start-ups laut t3n verstärkt auf Datentechnologien zurück, um Produktionsprozesse transparenter zu machen und nachhaltige Siegel durch digitale Echtheit abzusichern. Zeit.de berichtet, dass saisonal geringere Fangquoten und gezielte Verbraucheraufklärung helfen, bedrohte Meeresarten zu schützen und breitere Akzeptanz für alternative Proteinquellen, wie Süßwasseralgen, zu schaffen.

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