Der aktuelle "NANO Talk" beleuchtet, wie klassische koloniale Strukturen in den Machtansprüchen rund um digitale Räume und um Ressourcen wie in Grönland wiederkehren. Im digitalen Zeitalter sind es nicht mehr allein Staaten, sondern ebenso mächtige Tech-Unternehmen, die weltweite Einflusszonen schaffen – sei es durch Datennetze, IT-Infrastruktur oder die Kontrolle von Ressourcen in bislang wenig erschlossenen Regionen. Die Diskussion reflektiert, wie wenig sich Mechanismen der Ausbeutung und Kontrolle tatsächlich geändert haben und wie geopolitische sowie digitale Sphären miteinander verschmelzen. --- Ergänzende Recherche: Tatsächlich ist das Thema 'digitaler Kolonialismus' aktuell besonders präsent, etwa im Kontext von TikTok-Verboten, globalen Glasfaserprojekten oder dem gezielten Aufbau von Rechenzentren im globalen Süden, die dort Abhängigkeiten im Austausch gegen Infrastruktur versprechen. Zugleich werden wiederholt kritische Stimmen laut, dass bei der Erschließung arktischer Regionen und der Tiefsee westliche und asiatische Staaten längst neue Besitzansprüche markieren, was alte "Eroberer vs. Kolonisierte"-Denkmuster reaktiviert. Die Probleme verschränken sich zunehmend: Wer die Tech-Ströme kontrolliert (etwa durch den Export von KI-Technologien) kann heute mehr Macht ausüben als so mancher Kolonialherr im 17. Jahrhundert.