NANO Talk auf 3sat: Neue Gesichter des Kolonialismus diskutiert

Weniger Eroberung per Schiff, mehr Kontrolle per Glasfaser: Machtverschiebungen und Rohstoff-Jagd in neuen Sphären – genau darüber spricht Stephanie Rohde am 22. Januar 2026 um 21 Uhr im 3sat "NANO Talk" mit Gästen wie Rainer Mühlhoff, Lena Ulbricht und Aram Ziai.

heute 11:41 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn man ehrlich ist: Der Kolonialismus hat nie so richtig aufgehört – er hat nur sein Antlitz verändert. Während früher Gold und Land das Ziel waren, sind es heute seltene Erden, Big Data oder schlicht die Kontrolle über unsichtbare Netze. Ein brisantes Beispiel: Grönland, erneut Schauplatz geopolitischer Ränkespiele, Rohstoffträume und strategischer Interessen. Die alten Muster – Raub, Ausbeutung, Machtdemonstration – treten jetzt eben digital oder politisch maskiert auf. Schon mal drüber nachgedacht, ob der Griff nach den Kabeln, die uns verbinden, nicht auch eine Art Landnahme ist? Kooperationen mit Tech-Giganten wie Alphabet oder Huawei wirken harmlos, dabei formen diese Unternehmen häufig neue Abhängigkeiten, die nicht immer freiwillig entstehen. Schöne neue Welt, in der alte Machtspielchen unter digitalem Vorzeichen fortgeführt werden. Genau darüber – und noch ein bisschen mehr – reden Rohde und ihre Gäste im neuesten "NANO Talk" bei 3sat.

Der aktuelle "NANO Talk" beleuchtet, wie klassische koloniale Strukturen in den Machtansprüchen rund um digitale Räume und um Ressourcen wie in Grönland wiederkehren. Im digitalen Zeitalter sind es nicht mehr allein Staaten, sondern ebenso mächtige Tech-Unternehmen, die weltweite Einflusszonen schaffen – sei es durch Datennetze, IT-Infrastruktur oder die Kontrolle von Ressourcen in bislang wenig erschlossenen Regionen. Die Diskussion reflektiert, wie wenig sich Mechanismen der Ausbeutung und Kontrolle tatsächlich geändert haben und wie geopolitische sowie digitale Sphären miteinander verschmelzen. --- Ergänzende Recherche: Tatsächlich ist das Thema 'digitaler Kolonialismus' aktuell besonders präsent, etwa im Kontext von TikTok-Verboten, globalen Glasfaserprojekten oder dem gezielten Aufbau von Rechenzentren im globalen Süden, die dort Abhängigkeiten im Austausch gegen Infrastruktur versprechen. Zugleich werden wiederholt kritische Stimmen laut, dass bei der Erschließung arktischer Regionen und der Tiefsee westliche und asiatische Staaten längst neue Besitzansprüche markieren, was alte "Eroberer vs. Kolonisierte"-Denkmuster reaktiviert. Die Probleme verschränken sich zunehmend: Wer die Tech-Ströme kontrolliert (etwa durch den Export von KI-Technologien) kann heute mehr Macht ausüben als so mancher Kolonialherr im 17. Jahrhundert.

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