Wer derzeit zu Hause einfach nur Strom nutzt – ganz ohne eigene Solaranlage auf dem Dach, also als ganz 'normaler' Stromverbraucher – dürfte wohl bald minimal weniger bezahlen. Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, erklärte gegenüber T-Online, dass diese Gruppe durch kommende Reformen effektiv entlastet wird. Bis 2029 wird das bestehende System überarbeitet. Interessant und auch ein bisschen kontrovers: Haushalte, die selbst Strom herstellen und ihn etwa im Sommer verkaufen, aber im Winter auf das Netz zurückgreifen, sollen künftig mehr Grundgebühr entrichten. Müller rechtfertigt das – laut ihm sei es bislang so, dass diese 'Prosumer' sich teilweise feiner aus der Finanzierungslast des Netzes ziehen, während der Unterhalt für alle läuft, ganzjährig. Es klingt nach Solidargemeinschaft, nach Ausgleich, vielleicht auch ein bisschen nach Gerechtigkeitsdebatte, die schnell mal aus dem Ruder laufen kann. Mal ehrlich: Es ist eine kleine Verschiebung – aber eine, die wohl auch symbolisch wichtig ist.
Die geplante Reform der Netzentgelte zielt darauf ab, die Umlage gerechter zu verteilen und Stromkunden ohne eigene Produktion zu entlasten. Während Verbraucher ohne Solaranlage leichte Einsparungen erwarten dürfen, werden Prosumer künftig stärker an den Fixkosten des Netzes beteiligt. In aktuellen Debatten wird kontrovers diskutiert, wie der Spagat zwischen fairer Kostenverteilung und Förderung erneuerbarer Energien gelingen kann. Die Bundesnetzagentur betont, dass das Stromnetz dauerhaft vorgehalten werden müsse, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, unabhängig davon, wie viel Eigenstrom produziert wird. Nach Recherchen melden mehrere Medien, dass durch gestiegene Netzentgeltkosten bislang vor allem Ostdeutsche und ländliche Regionen belastet waren, weshalb die Reform auch als Beitrag zur breiteren sozialen Gerechtigkeit eingeordnet wird.