Neuer Schwung für Lahr: Alte Militärflächen werden zum Wirtschaftsmotor

Lahr, an der deutsch-französischen Grenze, wandelt ein Stück Geschichte: Wo einst kanadische Soldaten das Sagen hatten, entsteht nun eines der größten Zukunftsprojekte in Süddeutschland – und das ohne weitere Versiegelung von neuen Böden.

heute 09:28 Uhr | 6 mal gelesen

Wenn man heute durch das riesige Gelände am alten Flughafen Lahr schlendert, ahnt man kaum, welch Wandel die 80 neuen Hektar mit sich bringen könnten. Früher war hier das Reich der kanadischen Truppen, jetzt wird das Areal zum Spielfeld für innovative Unternehmen. Der interkommunale Zweckverband IGP belässt es nicht beim Reden: Mit Hilfe der Beratung von Drees & Sommer SE nimmt die Umgestaltung Fahrt auf. Die Lage? Praktisch unschlagbar: Direkt an der A5, mitten in der Oberrheinregion. Der Flughafen selbst ist zwar noch aktiv, aber längst ist das Flughafenumfeld zum florierenden Wirtschaftspark mutiert – „startkLahr“ nennt sich das Ganze, wo inzwischen über 140 Firmen einen Platz gefunden haben. Trotzdem stößt die Region an Kapazitätsgrenzen: Neue großflächige Parzellen von jeweils zwei bis drei Hektar sind jetzt in Planung, insbesondere für Betriebe, die anderswo kaum Raum finden. Die größte Herausforderung: Die Balance halten zwischen Wirtschaftlichkeit, städtebaulicher Einbindung und ökologischer Verantwortung. Klar, ein Bebauungsplan fällt nicht einfach vom Himmel. Eigentümer, Planer und Verband mussten zuvor festlegen, wie künftig Straßen, Gebäude, Grünflächen und Verkehrswege zusammenspielen sollen. Das Ergebnis: Ein Konzept, das große Produktionsfirmen ebenso einplant wie intelligente Infrastruktur. Noch stehen alte Militärbaracken und betonierte Wege; der Abriss läuft schon, und das viele Betonmaterial bleibt als Rohstoff für den Unterbau der künftigen Straßen und Fundamente. Die Finanzierung? Dafür greifen Zweckverband und Partner ordentlich in die Tasche – rund 29 Millionen Euro stehen bereit. In einigen Jahren soll es dann soweit sein: Ab 2028 zieht neuer Unternehmergeist in die einstigen Flugzeughangars ein – vielleicht mit ein wenig Nostalgie, aber vor allem mit viel Zukunft. Interessant übrigens, wie hier die Vergangenheit nicht verdrängt, sondern mit eingebunden wird. Und eines ist sicher: Wer Wirtschaftsdynamik sucht, sollte Lahr künftig auf dem Schirm behalten.

Mit dem Entwicklungsprojekt rund um das Flughafenareal Lahr gelingt es der Region, ohne zusätzliche Flächenversiegelung neue Industrie- und Gewerbeflächen zu schaffen, indem vorhandene Militärareale sinnvoll umgestaltet werden. Die nachhaltige Erschließung durch Nutzung vorhandener Baumaterialien schont Ressourcen und minimiert Umweltauswirkungen. Bis 2028 sollen hier, unterstützt durch den Zweckverband IGP sowie die Beratung von Drees & Sommer SE, neue Betriebe aus diversen Branchen ansiedeln, die zur wirtschaftlichen Stärkung, Beschäftigungsförderung und langfristigen Steuermehreinnahmen führen sollen. Nach aktueller Internetrecherche ist das Thema Konversion ehemaliger Militärflächen gerade in Zeiten mangelnder Industrieflächen und Wohnraums in Deutschland besonders relevant. Laut einem neuen Artikel der Süddeutschen Zeitung ist die nachhaltige Nachnutzung brach liegender Flächen ein wichtiges Ziel, wobei innovative Erschließungsansätze den Flächenverbrauch reduzieren und lokale Identität stärken. Auf zeit.de hieß es am Wochenende, dass zahlreiche deutsche Kommunen angesichts des Baubooms und des Klimawandels kreative Wege der Flächenaktivierung wie in Lahr suchen, um Zukunftsfähigkeit und ökologische Verantwortung zu verbinden. Im Spiegel wurde jüngst diskutiert, wie Konversionsflächen zur Chance werden können, Strukturwandel aktiv zu gestalten und der Wirtschaft einen dringend benötigten Impuls zu geben.

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