Neues Deutschlandticket: Polizeigewerkschaft plädiert für Passfoto auf Fahrkarte

Das deutschlandweit gültige 49-Euro-Ticket soll nach Wunsch der Gewerkschaft der Polizei (GdP) durch ein Passfoto personalisiert werden. Damit soll Ärger bei Fahrkartenkontrollen verhindert und die Sicherheit im Zugverkehr gestärkt werden. Rheinland-Pfalzs Verkehrsminister hat den Anstoß gegeben – und bekommt Rückendeckung von den Beamten.

heute 08:40 Uhr | 9 mal gelesen

Ich erinnere mich gut an Zugfahrten, wo plötzlich die Stimmung kippte, nur weil der Schaffner das Ticket und den Ausweis sehen wollte – als ob das eine Zumutung wäre. Genau da setzt Andreas Roßkopf, Chef der Polizeigewerkschaft für die Bundespolizei, an: Er sieht das Foto direkt auf dem Deutschlandticket als handfesten Stressvermeider. Viele Reisende sähen es nämlich gar nicht ein, sich ständig auszuweisen – da schwele unterschwellig Frust, der sich ab und an sogar laut oder handgreiflich entlädt. Statt bei jeder Kontrolle den Ausweis hervorzukramen, könnte ein Foto auf dem Ticket einfach Klarheit schaffen. Vielleicht schafft das sogar ein bisschen mehr Entspanntheit in deutschen Abteilen – zumindest hofft das die GdP. Und ehrlicherweise, bei so manchem erbosten Zugbegleiter kann ich das Bedürfnis nach einfachen Regeln beinahe spüren.

Die Gewerkschaft der Polizei argumentiert, dass ein Passfoto direkt auf dem Deutschlandticket die alltäglichen Kontrollen nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer machen könnte. Häufig würden sich durch das derzeitige Vorgehen Konflikte oder Unsicherheiten ergeben, teilweise sogar Eskalationen, weil Fahrgäste ihre Identität nicht mehrmals offenlegen wollen. Die Personalisierung von Abo-Tickets ist in anderen Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden längst Standard und wird dort kaum hinterfragt. Laut aktuellen Recherchen stoßen die Vorschläge auf Interesse, vor allem aus Sicherheitsgründen und als Maßnahme gegen Betrug. Daten- und Verbraucherschützer mahnen zwar zur Vorsicht beim Datenschutz, doch im Zuge steigender Angriffsfälle gegen Zugpersonal wächst der Ruf nach solchen Lösungen. Im politischen Berlin hingegen läuft die Debatte noch – entschieden ist weiterhin nichts.

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