Nicht aufs Abstellgleis: Wie ältere Menschen sich gegen Vorurteile wehren

Mainz – Stur, unflexibel, rückständig? Stereotypen, die Senioren allzu oft gerne übergestülpt werden. Die ZDF-Reportage "37°: Zu jung fürs Abstellgleis" (ab 24. März 2026 im Streamingportal, abends auch im Fernsehen) begleitet Werber Klemens (58) und Redakteurin Katrin (68) durch ihren Alltag mit den Vorurteilen rund ums Alter – und dokumentiert ihren Widerstand gegen Diskriminierung, die viele schlichtweg nicht mehr hinnehmen wollen.

heute 16:26 Uhr | 4 mal gelesen

Verboten – und doch alltäglich: Altersdiskriminierung

Ob im Job, bei Banken oder sogar beim Smalltalk – Altersdiskriminierung bleibt Realität, trotz gesetzlichem Verbot. Klemens und Katrin, beide noch mitten im Leben, berichten unverblümt, wie sie immer wieder gegen die Behauptung kämpfen müssen, "zu alt" oder "nicht mehr gefragt" zu sein. Sie ärgern sich über steigende Versicherungskosten, Schwierigkeiten beim Hauskredit und Aufträge, die plötzlich ausbleiben. Interessant: Die vielzitierten "Boomer" sehen sich selbst keineswegs als alt, und fühlen sich häufig sogar jünger als ihnen die Gesellschaft einredet, wie eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes darlegt.

Pro-Aging statt Anti-Aging

Regisseurin Corinna Wirth hat für die Doku mit Fachleuten gesprochen – etwa mit Gerontopsychologin Prof. Eva-Marie Kessler. Ihr Kernaussage: "Negative Altersbilder wirken wie selbsterfüllende Prophezeiungen. Wer täglich hört, er sei starr oder weniger leistungsfähig, übernimmt das irgendwann, mit realen Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden." Bertram Kasper, einst bei einem großen Pflegeunternehmen tätig, plädiert für ein echtes "Pro-Aging" – mehr Zusammenarbeit und weniger Spaltung, so sein Credo für unsere alternde Gesellschaft.

Die Sendung steht auch Menschen mit Hör- und Sehbehinderung zur Verfügung: Untertitel, Audiodeskription und Gebärdensprache sind im Angebot.

Pressekontakt: ZDF-Kommunikation (pressedesk@zdf.de). LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/zdf/

Ursprünglicher Beitrag von ZDF – weitergegeben durch news aktuell

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In der ZDF-Reportage beleuchten Klemens und Katrin sehr persönliche Begegnungen mit Altersdiskriminierung und gewähren dabei einen ungefilterten Einblick in die alltäglichen Herausforderungen älterer Erwerbstätiger. Experteninterviews, Studien und Lebensgeschichten zeigen, wie Vorurteile sich tief in der Gesellschaft verankert haben und wie selbst Betroffene beginnen, diese Bilder zu verinnerlichen, was sich negativ auf ihr Wohlbefinden auswirkt. Aktuelle Debatten und neuere Untersuchungen, etwa von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes oder aus der Arbeitsmarktforschung, spiegeln einen wachsenden Widerstand gegen Altersklischees wider – und die Forderung nach einem gesellschaftlichen Wandel, der das Alter als Ressource und nicht als Makel betrachtet. Laut der jüngsten Veröffentlichungen aus den letzten zwei Tagen kommt das Thema Altersdiskriminierung auch im Kontext der Digitalisierung, der medizinischen Versorgung älterer Menschen sowie in politischen Debatten rund ums Rentenalter verstärkt auf den Tisch. Besonders betont wird, wie notwendig generationenübergreifende Initiativen und ein Umdenken in Unternehmen sind, um die Potenziale älterer Menschen zu nutzen – und wie diese sich etwa durch Weiterbildungen und neue Lebensmodelle aktiv einbringen.

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