Es gibt Staaten, deren Geheimnisse fast schon greifbar in der Luft hängen – Nordkorea ist sicher einer davon. "Nordkoreas Geheimnisse: Die Waffen des Diktators" (von Nico Schmolke, Johannes Müller und Jan Vollmer) beginnt mit diplomatiewürdigen Erinnerungen von Thomas Schäfer, einst deutscher Botschafter – er dachte anfangs wohl, Kim Jong-un könnte das Land modernisieren und damit milder stimmen. Unrealistisch? Möglich. Denn aus Hoffnung wurde Enttäuschung, als Kim deutlich machte, dass Widerrede nicht nur unerwünscht, sondern gefährlich ist. 2017 folgte dann der einschneidende Moment: Ein Atomtest, der alle Illusionen zerschlug und Nordkorea endgültig zur atomaren Bedrohung werden ließ.
Satelliten liefern Analysten heute Bildmaterial, das – bei aller technischen Präzision – oft mehr Fragen als Antworten aufwirft: Hangars für neue Drohnen, feierlich enthüllte atomwaffenfähige U-Boote, daneben technische Pannen, die ein wenig an Science-Fiction erinnern, wenn Realität und Propaganda verschwimmen. Seitdem Nordkorea Waffen und Unterstützung an Russland liefert und sich sichtbar in globale Konflikte einmischt, bekommt die Sache eine neue, düstere Note.
Die zweite Doku "Nordkoreas Geheimnisse: Blick in ein verschlossenes Land" (Freitag, 13.3.2026 auf ZDFinfo) richtet den Fokus ganz auf die Menschen. Vier Geflohene, ihre Stimmen leise, aber eindringlich: Von Straflagern, täglicher Angst und dem System, das Unterwerfung belohnt und Ungehorsam vernichtet. Menschenrechtsaktivisten fügen die Details zusammen – so entsteht ein düsteres Gesamtbild zwischen totaler Kontrolle, Propaganda und dem Luxus für die privilegierte Minderheit der Hauptstadt. Mehr als 100.000 sitzen wohl in Arbeitslagern, während der Rest zwischen Anpassung und Überleben oszilliert.
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Zwei neue ZDF-Produktionen öffnen seltene Einblicke in Nordkoreas Innenleben und Kim Jong-uns zunehmend aggressive Außenpolitik. Neben den beiden Dokus zeigen aktuelle Berichte: Nordkorea forciert derzeit den Ausbau seines Atomprogramms weiter, verschärft seinen politischen Kurs und steht vor einer neuen Phase internationaler Isolation – zuletzt verschärft durch Raketenstarts mit angeblich ballistischen Trägersystemen, was von der internationalen Gemeinschaft scharf kritisiert wird.
Internettrecherchen bestätigen, dass die Menschenrechtslage weiterhin dramatisch ist: Laut UN-Berichten wird Zwangsarbeit, politische Haft und Folter aufrechterhalten. Aber interessant: Gerade im letzten Jahr gab es Hinweise darauf, dass Nordkorea im Dunkel der internationalen Aufmerksamkeit verstärkt auf Cyberangriffe und technologische Provokationen setzt. Spannungsfelder zwischen Wohlstandsfassaden in Pjöngjang und bitterer Armut auf dem Land verfestigen sich immer stärker. Internationale Presse und Menschenrechtsorganisationen fordern zunehmend, den Druck auf das Regime weiter zu erhöhen und Fluchtwege für Dissidenten abzusichern.