Wirklich spruchreif scheint das Abkommen zwischen den USA und dem Iran bislang nicht zu sein – zu viele Schattierungen, zu wenige harte Fakten. Nouripour brachte es in einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" auf den Punkt: "Ein Vertrag alleine räumt die tiefgreifenden Menschenrechtsverletzungen und die aggressive Außenpolitik des iranischen Regimes längst nicht ab." Für den Grünen-Politiker ist es fatal, den Fokus bloß auf das Atomprogramm zu richten und die missliche Lage der Menschen links liegen zu lassen – ein Fehler, der schon früher allzu oft gemacht wurde. Ein ganz anderer Ton hingegen kommt von Dirk Jandura, Chef des BGA: Aus seiner Sicht sind die Signale eindeutig Hoffnungsglimmer. Besonders die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus hätte enormen Einfluss – nicht nur geopolitisch, sondern auch für Rohstofftransporte und internationale Lieferketten. "Es wird seinen Lauf brauchen, bis sich alles einspielt: Brüche in Transportwegen, Schäden an Infrastruktur, Produktionsstaus – all das wird nicht über Nacht behoben sein", bremst Jandura vorschnelle Euphorie. Einen Hoffnungsschimmer gibt es schon: Die Rohölpreise fallen, Wirtschaft und Alltag spüren Entlastung. Vielleicht entscheidend: Ob aus der politischen Willenserklärung ein belastbares Friedensabkommen wird, bleibt spannend. Laut aktuellem Stand soll der Vertrag am Freitag in der Schweiz unterschrieben werden – das wäre zwar bemerkenswert, löst aber keineswegs alle Probleme.
Omid Nouripour warnt seit Jahren davor, beim Iran von kosmetischen Lösungen geblendet zu werden – und auch diesmal pocht er darauf, Menschenrechtsthemen nicht auszusparen. Während das potenzielle Abkommen die Hoffnungen auf wirtschaftliche Erholung und stabile Lieferketten befeuert, bleiben Skepsis und Ungewissheit, ob der Iran sein Verhalten tatsächlich grundlegend ändern wird. Recherchen zeigen: In mehreren Medien wird analyisert, dass ein Deal zwischen den USA und dem Iran, so vielversprechend er klingen mag, nur einen kleinen Teil eines viel komplizierteren Konfliktgeflechts entwirrt. Beispielsweise [The Guardian] und [tagesschau.de] berichten von neuen Berichten zur andauernden Unterdrückung von Oppositionellen im Iran, parallel zum diplomatischen Fortschritt. Auch wird diskutiert, wie die Öffnung der Straße von Hormus zwar ökonomische Erleichterungen bringt, westliche Regierungen aber die Risiken kaum ignorieren können, etwa die anhaltende Destabilisierung durch iranische Milizen in anderen Teilen der Region. Insgesamt überwiegt also das Nachdenkliche und Vorsichtige in den Kommentaren – Hoffnung ja, aber eben keine Garantie für Wandel.