Nouripour zweifelt an Trumps Drohgebärden gegenüber Iran

Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident und Grünen-Politiker, hält wenig von den jüngsten Angriffsdrohungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gegen Iran. Nouripour sieht keinen echten Sinn hinter der martialischen Rhetorik und warnt vor negativen Folgen für Zivilisten wie auch für den Ölpreis.

08.07.26 18:00 Uhr | 5 mal gelesen

Manchmal fragt man sich ja: Warum wählen Mächtige gerade jetzt große Worte? Omid Nouripour jedenfalls äußert sich im Interview mit dem TV-Sender "Welt" ungewöhnlich offen: Diese Drohungen von Trump – was bringt das eigentlich? Lieber sollte auf mehr Rücksicht gesetzt werden gegenüber Menschen, die sowieso schon stark unter der Situation leiden. Ein massiver US-Militärschlag, so glaubt Nouripour, würde kaum bewirken, dass das Regime in Iran einfach einknickt. Es wirke fast so, als wolle Trump mit seinen Ansagen nur ein innenpolitisches Signal setzen. Aber dem Iran hilft das kein Stück – und hier kommt noch etwas dazu: Die Lage für die Zivilbevölkerung bleibt katastrophal. Verhaftungen, Exekutionen, permanent kontrollierte Checkpoints in den Städten, stark gedrosseltes Internet – das alles, sagt Nouripour, "geht massiv auf die Knochen" der Menschen. Und falls wirklich noch einmal angegriffen wird, würde das auch direkt in Deutschland ankommen, zum Beispiel im Geldbeutel – denn gestiegene Ölpreise lassen an deutschen Zapfsäulen nicht lange auf sich warten. Manchmal sind Konflikte eben viel näher an unserem Alltag, als wir wahrhaben wollen.

Nouripour kritisiert Trumps Drohgebärden scharf: Statt militärischer Machtdemonstrationen fordert er Rücksicht auf die iranische Zivilgesellschaft und warnt vor den Folgekosten, die auch Europa und Deutschland betreffen könnten. Die Eskalation zwischen den USA und Iran sorgt derzeit weltweit für Unruhe – die Ölpreise steigen, die Lage vor Ort bleibt angespannt. Aktuelle Medienberichte zeigen zudem, dass das Regime im Iran weiterhin massiv gegen Oppositionelle und die Bevölkerung vorgeht; Beobachter berichten von neuen Hinrichtungen, Verhaftungen und dauerhaft installierten Kontrollpunkten (u.a. https://www.spiegel.de, https://www.zeit.de, https://www.dw.com). Die internationale Diplomatie versucht gegenwärtig, eine weitere Zuspitzung zu verhindern, während sich politische Lager in den USA zunehmend zur Iranfrage positionieren. Wirtschaftliche Auswirkungen, insbesondere bezüglich Energiepreisen, und die sozialen Folgen im Iran selbst stehen verstärkt im Fokus der Berichterstattung.

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