Ökonomen laufen Sturm gegen Weidels Euro-Vorstöße

Mehrere Wirtschaftswissenschaftler lassen kaum ein gutes Haar an Alice Weidels Vorschlag, Deutschland solle dem Euro den Rücken kehren. Die AfD-Chefin werde damit als rückwärtsgewandt eingestuft, und praktische wie ökonomische Bedenken überwiegen.

heute 15:59 Uhr | 2 mal gelesen

Die Vorstellung, eine Wiedereinführung der D-Mark würde sämtliche wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands mit einem Schlag lösen, stößt auf ziemliche Kopfschütteln seitens namhafter Ökonomen. Monika Schnitzer – Chefin der Wirtschaftsweisen – bezeichnet das Ansinnen im Interview als «ökonomisch kurzsichtig und fernab der Realität». Probleme wie der Innovationsstau, demografische Verschiebungen oder der zunehmende Druck aus Fernost – etwa aus China – hätten mit der Währung an sich wenig zu tun. Im Gegenteil: Schnitzer glaubt, ein D-Mark-Comeback würde die heimische Währung stark aufwerten, was de facto deutsche Exporte teurer macht und damit für viele Unternehmen eine reale Belastung würde. Das Argument, 'früher war alles besser', halten sie für eine gefährliche Nostalgie-Falle. Bei einem Euro-Ausstieg müssten Bankkonten, Verträge und Kredite neu bewertet werden – allein dies könnte Chaos verursachen, so Schnitzer. Marcel Fratzscher, der Chef des DIW, legt noch eine Schippe drauf. Er nennt Weidels Vorschlag "wirtschaftspolitischen Dilettantismus" und warnt vor einem Szenario, in dem Arbeitslosigkeit sprunghaft steigt und ganze Familien massive Einkommensverluste erleiden. Am schlimmsten würde es laut Fratzscher Regionen mit ohnehin niedrigerem Wohlstand treffen, wie etwa Sachsen-Anhalt, wo eine vierköpfige Familie mit Verlusten von bis zu 6.000 Euro jährlich rechnen müsste. Nebenbei: Die Mär, dass es Deutschland vor Einführung des Euro wirtschaftlich viel besser gegangen wäre, hält Fratzscher für schlichtweg falsch. Die Debatte ist zwar nicht neu – aber mit Blick auf Europa auch diesmal kaum zu gewinnen.

Ökonomen äußern deutliche Kritik an der Forderung der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel, Deutschland solle aus dem Euro aussteigen. Monika Schnitzer und Marcel Fratzscher warnen vor wirtschaftlicher Instabilität, erhöhter Arbeitslosigkeit und erheblichen Einkommensverlusten – gerade in strukturschwachen Regionen. Recherchen aus aktuellen Artikeln zeigen, dass nach Ansicht vieler Wirtschaftsexperten der Euro für Deutschland und Europa eine stabilisierende und wachstumsfördernde Rolle spielt und dass Unsicherheiten oder gar ein Austritt gravierende politische und ökonomische Konsequenzen nach sich ziehen würden.

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