Widerstand aus CDU-Ländern gegen SPD-Vorstoß zur Grundgesetzänderung beim Klimaschutz

Kurz vor der Kabinettsklausur stehen CDU-Umweltminister der Idee von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), Klimaanpassung als Staatsziel ins Grundgesetz zu schreiben, skeptisch gegenüber. Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU, Sachsen) lehnt ab, das Grundgesetz mit weiterem Ballast zu überfrachten: Effektiven Klimaschutz könne man längst durch klare Umsetzung bestehender Instrumente erreichen, sagt er. Auch Christine Schneider (CDU, Rheinland-Pfalz) warnt vor Schnellschüssen und mahnt Sorgfalt an. Die Entscheidung liegt nun beim Bundeskabinett.

heute 15:01 Uhr | 2 mal gelesen

Eigentlich geht es ja vor allem darum, wie Deutschland sich gegen die Folgen der Klimakrise besser wappnen kann. Der Vorschlag von Carsten Schneider – Klimaanpassung ausdrücklich als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern – klingt nach großem Wurf. Aber genau das irritiert mehrere CDU-Umweltminister: Sachsen' Georg-Ludwig von Breitenbuch wirft Schneider vor, den im Koalitionsvertrag vorgesehenen Prüfauftrag im Alleingang finalisiert zu haben, ohne die Länder korrekt einzubinden. Für ihn wirkt das so, als wolle man mit Kanonen auf Spatzen schießen: Bestehende Mittel könnten schon jetzt genutzt werden, wenn nur der politische Wille da wäre. Auch Christine Schneider aus Rheinland-Pfalz ist vorsichtig – das Grundgesetz sollte nur nach eingehender Prüfung verändert werden, erst recht bei so einem komplizierten Thema. Sie denkt, dass effizientere Verfahren, weniger Bürokratie und konsequente Umsetzung vor Ort oft mehr bringen als neue Paragrafen. Hessen wiederum gibt sich diplomatischer, will sich in Gesprächen konstruktiv einbringen, drängt aber ebenso auf konkrete Maßnahmen in den Gemeinden. Am kommenden Dienstag wird das Bundeskabinett das Thema besprechen. Allerdings braucht es für eine Grundgesetzänderung breite politische Mehrheiten – also ganz ohne Streit wird das nicht laufen.

Kurz vor der Regierungsklausur flammt Streit um den SPD-Vorschlag für ein Staatsziel Klimaanpassung im Grundgesetz auf. CDU-Minister wie Breitenbuch und Schneider warnen vor einer Überforderung der Verfassung und pochen auf bessere Umsetzung vorhandener Mittel. Die Debatte spiegelt die generellen Spannungen in der deutschen Klimapolitik: Während die SPD Tempo fordert, warnen CDU-geführte Länder vor Schnellschüssen und beharren auf föderale Mitsprache, was angesichts zunehmender Extremwetterlagen besonders brisant ist. Weitere Details: Laut DW und Süddeutscher Zeitung gibt es auch innerhalb der Ampelkoalition und in der Bevölkerung Kontroversen um die Ausgestaltung und Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen. Einigkeit herrscht allenfalls darüber, dass Deutschland durch Hitzewellen, Dürren und Starkregen immer stärker herausgefordert wird. Neben der Politik diskutieren Experten, Städte und Verbände intensiv, wie konkrete Maßnahmen – von kühlenden Stadtbäumen über neue Wasserspeicher bis hin zu sozialverträglichen Investitionen – vor Ort schneller realisiert werden können.

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