Manchmal vergisst man, wie sehr Auto-Firmen auf Traditionen pochen – und genau das macht Opel gerade vor: Die nächste Astra-Generation wird nicht nur in Rüsselsheim produziert, sondern von Grund auf dort konzipiert und gestaltet. Während rundherum von E-Mobilität, Plattform-Strategien und neuen Arbeitswelten die Rede ist (Stichwort grEEn-campus mit begrüntem Dach und Sonnenkollektoren), blitzen in den Aussagen der Verantwortlichen noch beinahe nostalgische Töne auf – das berühmte 'Made in Germany' als Identitätsanker. Der Betriebsrat pocht auf sozialpartnerschaftliche Einigung, und CEO Huettl betont so viele Male das Engagement für den Standort, dass man fast an ein kleines Manifest denkt. Zugegeben, ein bisschen Technikmystik ist auch dabei: Die neue Stellantis-Plattform STLA ONE soll nicht nur den Astra elektrischer, sondern auch für den Corsa und künftige SUVs fit machen. Zeitgleich erinnert das alles daran, dass die Geschichte von Kadett und Astra (über 25 Millionen verkaufte Einheiten) einen langen Schatten wirft – den die Innovationslust aber produktiv nutzt. Übrigens: Wer sich fragt, was Hybrid, Plug-In und Diesel noch taugen, findet bei Opel weiterhin das ganze Spektrum – mit ehrlichen, nicht geschönten Effizienzwerten, bei denen die Batterie leer oder voll ist, oder das Auto in der Realität mal mehr, mal weniger verbraucht. Irgendwie fühlt sich das fast nach einer Rückbesinnung auf Ingenieurskunst und Bodenhaftung an – so wie es dem alten Opel-Mythos entspricht. Man könnte spöttisch sagen: Wer baut schon freiwillig in Deutschland? Opel tut’s – und stemmt nebenbei den Bau neuer Modelle, eines grün gestylten Campus und einer Zusammenarbeit mit Leapmotor aus China.
Opel investiert massiv in den Standort Rüsselsheim und wird die nächste Astra-Generation auf einer neuen Plattform dort bauen und entwickeln. Durch den Fokus auf Elektrifizierung und flexible Arbeitsmodelle möchte der Konzern an Traditionen anknüpfen, aber gleichzeitig neue technologische Standards setzen – nicht zuletzt mit nachhaltigen Baukonzepten wie dem grEEn-campus. Zusätzlich hat Stellantis als Mutterkonzern angekündigt, bis 2030 mehrere neue Modelle auf den Markt zu bringen, darunter auch voll-elektrische Versionen, was die Wettbewerbsfähigkeit von Opel in Europa stärken soll und die Marktposition im C-Segment sichert. Laut einer aktuellen Meldung in der FAZ setzt Opel außerdem auf umfassende Digitalisierung im Produktionsprozess, um die Effizienz weiter zu erhöhen. Die Süddeutsche berichtet, dass Gewerkschaft und Betriebsrat das Bekenntnis zum Standort Rüsselsheim als wichtigen Schritt für Arbeitsplätze sehen. Und laut der Zeit will Opel-Chef Huettl auch das Image der Marke durch Innovationsfreude und Nachhaltigkeit reaktivieren.