Paint Buddy in Österreich: Roboter bringt Schwung ins Malerhandwerk

Premiere in Kufstein – Zwischen 3. und 20. November 2025 drehte erstmals ein Malerroboter offiziell seine Runden auf einer österreichischen Baustelle.

heute 16:45 Uhr | 3 mal gelesen

Es passiert selten, dass Handwerkszeug Geschichte schreibt. Doch der Paint Buddy, ein Malerroboter der neuesten Generation, tut genau das: Er ergänzt Pinsel und Farbrolle nun auch in Österreich. Seine Feuertaufe erlebte das Gerät im Kufsteiner Wohnungsbau – eine Kooperation mit dem Bauunternehmen Rieder Bau, die für einiges Aufsehen sorgte. Die Idee dahinter ist leicht erklärt, aber überraschend effektiv. Während sonst Muskelkraft und Augenmaß gefragt sind, übernimmt der Paint Buddy inzwischen viele Routinetätigkeiten eigenständig. Mit hochsensibler Sensorik scannt er Wände ab, fährt an ihnen entlang und trägt Farbe erstaunlich gleichmäßig auf. Das klingt fast zu perfekt, als dass es echte Handwerker nicht skeptisch machen würde. Doch Christian Marx, der Anwendungstechniker bei Caparol, sieht darin keine Konkurrenz, sondern Unterstützung: „Erstens bleibt die Verantwortung für den Job in den Händen der Profis. Und zweitens ersetzt ein Roboter keine menschliche Kreativität – er verschafft lediglich mehr Zeit dafür.“ In der Praxis war der Paint Buddy fürs Spritzspachteln, Schleifen und Streichen zuständig. Die Maschine bewegt sich relativ selbsttätig, arbeitet aber nicht isoliert – ein geschulter Operator betreut sie und sorgt gemeinsam mit den Handwerkern fürs passende Setup. Dinge wie Abkleben oder Feinarbeiten sind und bleiben weiterhin Menschensache. So entsteht ein Arbeitsmodell, das auf Teamwork zwischen Roboter und Mensch setzt. Interessant: Der Roboter wird nicht gekauft, sondern gemietet. Je nach Aufwand liegt man miettechnisch zwischen 1.500 und 4.500 Euro. Sein Element sind ganz klar große Flächen – Industriehallen, Krankenhäuser, Bürogebäude, und wenn’s sein muss auch ein besonders langer Krankenhausflur. Weniger Überkopfarbeit und Staub bedeutet für die Maler eine echte Entlastung. Und etwas weniger Druck, wenn es mal schnell gehen muss. Unerwartet ist vielleicht auch, dass sich an der Technik der Geräte wenig ändert: Wer Spritztechnik kennt, findet sich beim Paint Buddy sofort zurecht. Reinigung? Läuft wie gehabt. Alles andere wird – wie am Bau üblich – in Absprache mit dem Team gemanagt. Die Technik dahinter vereint Caparols Erfahrung mit digitaler Navigation und Robotik von Okibo. Es gibt Modelle für verschiedene Einsatzzwecke: großformatige Hallen (Paint Buddy Pro C1) und den Wohnungsbau (Paint Buddy Pro C2). Die Entwicklung ist längst nicht abgeschlossen; der Test in Kufstein war vielmehr ein Startschuss für weitere Einsatzbereiche. Die Botschaft? Robotik befreit vom Muskelkater – und sorgt gleichzeitig für ein gleichmäßig gutes Ergebnis. Das ist nicht nur technisch spannend, sondern könnte im Malerhandwerk langfristig auch so manchem Fachkräftemangel entgegenwirken. Noch ein letzter Gedanke: Solche Innovationen sind ein Fingerzeig für das gesamte Bauwesen, nicht nur für die Malerbranche. Wie viel Automatisierung ist möglich, wo bleibt Raum fürs Individuelle? Vielleicht werden Baustellen in Zukunft leiser, sauberer – aber ein Rest Unvorhersehbarkeit, der gehört sicher weiterhin dazu.

Der Paint Buddy, ein von Caparol und Okibo entwickelter Malerroboter, wurde im November 2025 erstmals in Österreich auf einer Baustelle eingesetzt und entlastet Profis durch automatisiertes Schleifen, Spachteln und Spritzen. Ziel ist nicht das Ersetzen, sondern das Unterstützen und Entlasten der Handwerker bei monotonen, körperlich fordernden Arbeiten und so mehr Kapazitäten für anspruchsvolle Tätigkeiten zu schaffen – vor allem auf Großbaustellen. Nach aktuellen Recherchen bietet Paint Buddy damit ein innovatives Beispiel für die zunehmende Automatisierung im Baugewerbe, bei der die Kombination aus Robotertechnik und menschlicher Expertise künftig einen spürbaren Effizienz- und Qualitätszuwachs bringen könnte. Die ersten Erfahrungen aus Kufstein belegen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine bewährt und die Sorge vor einem Arbeitsplatzverlust oftmals unbegründet ist. Künftig wird erwartet, dass der Paint Buddy und vergleichbare Systeme kontinuierlich weiterentwickelt und auf immer vielseitigere Einsatzfelder ausgedehnt werden – ein Schritt, der in Zeiten von Fachkräftemangel und steigendem Leistungsdruck wohl unvermeidlich scheint.

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