Es scheint, als hänge ein schwerer, grauer Schleier über der gesellschaftlichen Stimmung: In einer im Auftrag der ARD durchgeführten Befragung äußerten 62 Prozent der wahlberechtigten Deutschen, dass es im Land eher ungerecht zugehe. Dieser Anteil ist der höchste seit Herbst 2008 und signalisiert einen kleinen, aber spürbaren Anstieg im Vergleich zum Sommer 2025. Interessant ist, dass vor allem Menschen mit niedrigerem Einkommen diesen Eindruck teilen – satte 71 Prozent in dieser Gruppe, während es bei Gutverdienenden immerhin noch mehr als die Hälfte (52 Prozent) sind. Und: Die Jüngeren, also 18- bis 34-Jährige, spüren dieses Ungleichgewicht noch stärker (70 Prozent), verglichen mit den über 65-Jährigen (57 Prozent). Wenn man ins Detail schaut, wird der wachsende Unterschied zwischen Arm und Reich als Hauptursache identifiziert – erstaunliche 35 Prozent gaben dies an, ein erheblicher Anstieg zur letzten Umfrage. Steuerlast und Abgaben liegen mit 13 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von der Debatte, ob Einwanderer und Geflüchtete bevorzugt würden (9 Prozent). Bemerkenswert: Das Vertrauen, dass Parteien soziale Gerechtigkeit verbessern können, ist gering – allen voran die SPD liegt mit 24 Prozent zwar vorn, verliert aber an Zustimmung und erreicht einen historischen Tiefstand. Dahinter sortieren sich die AfD, Die Linke und die Union, aber allen Parteien gelingt es kaum, überzeugend für mehr Gerechtigkeit zu stehen – ein Fünftel weiß schlicht nicht, wem man das eigentlich zutrauen soll. Im Hintergrund diskutiert die Politik über praktische Schrittchen: etwa Sozialleistungen für EU-Bürger zu beschränken, ein digitales Sozialleistungsportal einzuführen oder das Kindergeld automatisch (ohne Antrag) auszuzahlen. Manche Ideen stoßen auf breite Zustimmung; etwa 73 Prozent befürworten strengere Kriterien für Sozialleistungen an EU-Bürger oder einen möglichst einfachen Zugang zu digitalen Anträgen. Pauschale Sozialleistungen hingegen lehnt die Mehrheit klar ab. Es bleibt der Eindruck: Die Sehnsucht nach mehr Fairness ist groß – aber auch Zweifel, ob wirklich Bewegung ins System kommt.
Das Ungerechtigkeitsempfinden in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht, getrieben vor allem durch den wahrgenommenen Unterschied zwischen Arm und Reich sowie Belastungen durch Steuern und Abgaben. Jüngere Menschen und Einkommensschwächere fühlen sich besonders benachteiligt, während das Vertrauen in die Fähigkeit der etablierten Parteien, soziale Gerechtigkeit zu schaffen, weiter schwindet – selbst die SPD erreicht einen historischen Tiefpunkt. Aktuelle Reformvorschläge finden bei einigen Punkten breite Zustimmung in der Bevölkerung, zum Beispiel bei der Einschränkung von Sozialleistungen für neu zugewanderte EU-Bürger oder bei der Digitalisierung von Sozialanträgen; allerdings bleiben große Zweifel, weil viele Menschen keine Partei sehen, der sie echte Verbesserungen zutrauen. — Ergänzend zu den bisherigen Informationen zeigt eine Recherche, dass dynamische Preissteigerungen, insbesondere bei Mieten und Lebensmitteln, sowie die Debatte um Sozialleistungen für Geflüchtete die Wahrnehmung von Fairness weiter belasten. Die Bundesregierung steht zusätzlich wegen der schwächelnden Konjunktur und einer ausufernden Bürokratie unter Druck, während zahlreiche Bürger anmerken, dass das Bildungssystem und die Arbeitsmarktchancen wesentliche Bausteine für mehr Gerechtigkeit wären. In Medienkommentaren der letzten beiden Tage wird zudem auf die europaweiten Parallelen der Gerechtigkeitsdebatte hingewiesen – etwa steigende Armutsrisiken und eine generelle Erosion des Vertrauens in staatliche Institutionen.