Geplante Themen, wie sie kaum widersprüchlicher sein könnten:
Iran: Unterdrückte Hoffnung
Noch immer fragen sich die Menschen im Iran, ob der diplomatische Drahtseilakt oder doch ein offener Konflikt mit den USA ihren Alltag bestimmen wird. Während draußen die Weltpolitik diskutiert, wird drinnen jede abweichende Stimme zum Risiko: Das Regime setzt weiterhin auf Einschüchterung, Kritiker landen im Gefängnis oder Schlimmerem. Noch liegt der letzte breite Protest nicht lange zurück – Erinnerungen an Straßenschlachten und systematische Verfolgung sind frisch. (Bericht: Katharina Willinger).
Israel: Leben nach der Geiselhaft
Eli Sharabi aus dem Kibbutz Be'eri spricht erstmals offen über den Schrecken seiner Gefangenschaft durch die Hamas. 491 Tage in stickigen Tunneln, Hunger, der an die Knochen geht, Gewalt als Alltag – doch Sharabi verliert den Glauben ans Leben nicht: Mit Ritualen und Hoffnung hilft er Mitgefangenen, durchzuhalten, ohne in blinden Hass zu kippen. Die härteste Wahrheit trifft ihn erst nach der Freilassung – seine Familie wurde am Tag seiner Entführung ausgelöscht. (Sophie von der Tann)
Syrien: Kurdischer Alltag im Schatten
Zehn Jahre nach dem gewaltsam errungenen Autonomiestatus bleibt den Kurden im Nordosten Syriens kaum mehr als die Erinnerung. Während Aysel Mohammed und andere nachts Wache schieben, kämpfen sie gegen Unsicherheit und Übergriffe. Wie kann eine ethnische Minderheit bestehen, während alte Versprechen bröckeln und Frauen doppelt bedroht sind? (Ramin Sina)
Bulgarien: Junge trotz(t) System
Achte Wahl in fünf Jahren, ein politisches Tohuwabohu – Korruption, Verhaftungen, Rücktritte. Europas jüngste Reform-Bewegung: Varna-Bürgermeister Blagomir Kotsev musste für seine Oppositionsarbeit ins Gefängnis. Aktive Jugendliche um "Active Politics" stemmen sich gegen das System. Inmitten all dessen will ein präsidialer Putin-Fan nun Premier werden – das Land steht auf der Kippe. (Andreas Bachmann)
Großbritannien: Wenn der Rechtsstaat ins Rutschen gerät
Richter werden beschimpft, Anwälte bedroht, politische Agitatoren nutzen die Justiz als Sündenbock – eine gefährliche Entwicklung im einstigen Rechtsvorbild Großbritannien. Sogar prominente Politiker befeuern Zweifel – manche wechseln sogar das politische Lager, befeuern so die Verunsicherung weiter. Die Stimmung in Gerichtshöfen? Alarmiert. (Christoph Prössl)
Kenia: Ness findet die eigene Stimme
Eine Kindheit voller Tabus und ein Schnitt, der fürs Leben prägt: Ness Njagi taumelte nach der weiblichen Genitalverstümmelung ins Nichts. Doch aus Schmerz wird Kraft: Sie wagt das Unwahrscheinliche, entscheidet sich für eine rekonstruktive Operation – auf der Suche nach Selbstbestimmung und Heilung. Was bleibt, wenn der Körper zurückgewonnen ist? Offenbar mehr als nichts, aber der Weg bleibt rau. (Karin Bensch)
Singapur: Mit dem Löwen tanzen
Lion Dance – energetisch, traditionsgeladen und körperlich fordernd. Nuraini, als junge Muslimin, schlägt sich durch Vorurteile und findet ihren Platz an der Trommel. Mit blauen Flecken, Stolz und aufmunternden Gesichtern trotzt sie Widerständen – und gibt dem alten Tanz ein neues Gesicht. (Christiane Justus)
Redaktion: Judith Schacht, BR
Kontakt: presse@br.de
Original-Content von: ARD Das Erste – mehr unter http://ots.de/5ec76d
Der kommende 'Weltspiegel' wirft ein Schlaglicht auf globale Krisenregionen und berichtet in persönlichen Porträts und Analysen über drängende Fragen: Die Repressalien gegen iranische Oppositionelle nach den jüngsten Massenprotesten markieren einen neuen Höhepunkt der Gewalt, während die USA und die internationale Gemeinschaft nach Auswegen suchen. Israel rückt mit dem bewegenden Bericht von Ex-Geisel Eli Sharabi das Schicksal der Verschleppten in den Fokus, deren Leiden in den laufenden Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas eine Rolle spielen. In Syrien kämpfen die Kurden nach dem Rückschritt ihrer einstigen Autonomie verzweifelt um Sicherheit, wobei Frauen weiterhin besonders bedroht sind und die regionale Unsicherheit wächst.
Politisch instabile Verhältnisse lassen Bulgarien nicht zur Ruhe kommen, selbst Rücktritte und neue Protestbewegungen der Gen Z haben die festgefahrenen Fronten bislang nicht aufgebrochen. Großbritannien steht derweil vor einer Vertrauenskrise in seine rechtsstaatlichen Organe, nachdem Angriffe von Politikern auf Richter und Anwälte zunehmen und die Justiz öffentlich diskreditiert wird, wie taz.de und spiegel.de berichten. In Kenia stellt Ness Njagi gesellschaftliche Tabus in Frage und findet durch ihre offene Auseinandersetzung mit der Genitalverstümmelung und einer Operation einen Weg der Selbstermächtigung – ein Thema, zu dem aktuell auch die Zeit berichtet. Singapur gibt einen seltenen Einblick in die knallbunte Welt des traditionellen Lion Dance, dessen Zukunft von jungen, diversen Gruppen gesichert werden könnte, wie etwa thelocal.de anmerkt.
Neuere Entwicklungen aus der internationalen Berichterstattung unterstreichen die Brisanz fast aller angesprochenen Schauplätze und zeichnen ein Bild von gesellschaftlichem Wandel unter Druck; zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass soziale Medien und neue Protestformen – etwa durch die Jugend – verstärkt auch autoritäre Regime oder politische Eliten herausfordern.