Parteijugend auf dem Prüfstand: Grünenchef kritisiert öffentliche Auftritte

Felix Banaszak, einer der Vorsitzenden der Grünen, mahnt die Nachwuchsorganisation der Partei zu einem selbstbewussten, aber bedachten Auftreten.

20.01.26 14:46 Uhr | 5 mal gelesen

Felix Banaszak hat, wie er kürzlich im „Spiegel“ betonte, zwar nicht vor, der Grünen Jugend Vorschriften zu machen – trotzdem verortet er bei der jungen Parteibasis eine gewisse Notwendigkeit, sich selbst zu hinterfragen. Es gehe, nach seinen Worten, weniger um Kontrolle als um Eigenverantwortung: Was will die Grüne Jugend darstellen? Wie passend, dass ausgerechnet jetzt ein Instagram-Clip von Co-Sprecher Luis Bobga für Kontroversen sorgt. Bobga ließ sich zu einer musikalisch unterlegten Kritik an Markus Söder hinreißen, bei der nicht gerade zimperlich mit Sprache umgesprungen wurde – Stichwort „Hurensohn“-Zeile mit Söders Bild. Bereits kurz darauf räumte Bobga seinen Fehler ein, für Banaszak eine willkommene Gelegenheit, Reue und Lernfähigkeit hervorzuheben: Es gehe schließlich ums Reflektieren, nicht ums Kritisieren. Die Grünen Jugend irritiert mit auffälligem Verhalten nicht zum ersten Mal, aber Banaszak sieht Licht am Ende des Tunnels – denn mit den neuen Sprecher:innen, Henriette Held und Luis Bobga, habe sich ein offeneres Diskussionsklima entwickelt. Dazu sagt er, beinahe beiläufig: „Erst mal bin ich froh, dass wir wieder besser miteinander sprechen.“ Das klingt fast wie ein vorsichtiger Optimismus – aber eben nur fast. Die Zwischenmenschlichkeit in der Partei bleibt, wie so oft, eine Baustelle.

Der Co-Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, hat die Grünen Jugend indirekt gerügt und sie dazu ermutigt, über ihre Außenwirkung und den Umgang mit öffentlichen Auftritten nachzudenken — insbesondere im Kontext eines polarisierenden Instagram-Videos von Sprecher Luis Bobga, das Markus Söder beleidigte. Banaszak lobte die schnelle Entschuldigung Bobgas und betonte, dass es ihm um die Entwicklung einer neuen Diskussionskultur und Eigenverantwortung innerhalb der Partei gehe, auch mit Blick auf frühere Spannungen. In den letzten Tagen berichtete auch die Süddeutsche, dass die Partei weiter mit Uneinigkeit und den verschiedenen Stimmen ihrer Jugendorganisation ringt, insbesondere im Hinblick auf authentisches Auftreten, Klimaaktivismus und Protestformen, während sich die Öffentlichkeit fragt, welchen Ton politische Jugendgruppen in sozialen Medien an­schlagen dürfen – diese Debatten verstärken den Druck auf Parteispitzen und befeuern die anhaltenden Diskussionen um politische Kultur und Grenzen der Kritik.

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