Politbarometer Januar 2026: Deutsche fürchten um die NATO – Kritik an Wirtschaftsführung und Sorge vor Extremismus

Die neueste Umfrage zum Jahresbeginn 2026 zeigt: Eine große Mehrheit der Deutschen betrachtet die aktuelle US-Politik, besonders unter Donald Trump, als bedrohlich für die NATO. Zugleich äußern viele Bürger Unmut über die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung und sehen Wachsamkeit gegenüber politischen Extremen notwendig.

heute 11:16 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal ahnt man ja schon vorab, dass ein Politbarometer keine großen Überraschungen birgt – doch diesmal steckt der Teufel, wie so oft, im Detail. Knapp acht von zehn Deutschen blicken argwöhnisch nach Übersee: Sie schätzen Donald Trumps politische Ausrichtung als echte Gefahr für die Existenz der NATO ein. Selbst Parteigrenzen spielen dabei kaum eine Rolle. Nur wenige (18 Prozent) halten diese Bedenken für übertrieben, was angesichts der jüngsten Debatten über US-amerikanische Militärpräsenz fast schon erstaunlich ist. Was das Vorgehen der EU gegenüber militärischen Unternehmungen der USA betrifft, sind die Deutschen ziemlich klar: Fast 70 Prozent fordern eine konsequente Distanzierung, falls Washington unter Missachtung des Völkerrechts eingreift. Um ehrlich zu sein, klingt das ein bisschen nach einer Sehnsucht nach Unabhängigkeit – einer Distanz zum großen Bruder. Beim Thema Iran jedoch – erstaunlich, wie gespalten die Meinung ist. Genau gleich viele lehnen ein US-Intervenieren ab wie befürworten es. Vielleicht hätte ich erwartet, dass die deutsche Öffentlichkeit zurückhaltender wäre, aber offenbar bleibt man bei diesem Thema bemerkenswert indifferent oder zerrissen. Kommen wir zur Ukraine: Sollte es tatsächlich eine Waffenruhe geben – was momentan eher wie ein ferner Traum wirkt – wäre die Nation fast fifty-fifty gespalten, ob deutsche Soldaten die Einhaltung dieser Waffenruhe vor Ort sichern sollten. Im Westen ist die Zustimmung dazu deutlich ausgeprägter als im Osten – eine alte Teilung, die immer wieder aufscheint, wenn es ums Militär geht. Politisch bleibt es spannend: CDU/CSU und AfD laufen nahezu gleichauf – und das schon eine Weile. Die SPD hält sich mit leichten Zugewinnen wacker, aber Schwarz-Rot, also eine große Koalition, hätte weiterhin keine Mehrheit. Was mich überrascht: Die Linke verliert ein Prozent, während die kleineren Parteien weiterhin Mühe haben, überhaupt bemerkenswerte Stimmenanteile zu sammeln. In Sachen Politiker-Beliebtheit bleibt Boris Pistorius der Star im Rampenlicht – sein positives Image scheint sich zu verfestigen, während andere eher im Mittelfeld oder sogar deutlich darunter rangieren. Sahra Wagenknecht und Alice Weidel erhalten weiterhin kaum freundliche Noten. Das Wirtschaftsklima? Rein subjektiv: Es fühlt sich wie eine bleierne Decke an. Über 70 Prozent halten die Wirtschaftsleistung der Bundesregierung für ungenügend – ein enormer Vertrauensverlust, den auch keine kleinen Aufwärtstrends kitten können. Die AfD bleibt ein Reizthema: In den Ost-Ländern könnte sie bald den Ministerpräsidenten stellen – zwei Drittel der Deutschen fänden das „schlecht“, sogar deutliche Mehrheiten in allen demokratischen Lagern machen da kein Geheimnis draus. Dagegen finden 19 Prozent, vor allem AfD-Wähler, das nicht nur tolerabel, sondern gut. Wenn es um Extremismus geht, herrscht ebenfalls eine breite – wenngleich nicht vollständige – Einigkeit: Linke wie Rechte können gefährlich sein, wenngleich beim Linksextremismus die Bewertung merklich mehr schwankt. Rechtsextremismus schätzen fast acht von zehn als Gefahr für die Demokratie ein. Nur in der AfD-Anhängerschaft sieht das ganz anders aus – vielleicht keine Überraschung. Und dann noch ein Thema aus aktuellem Anlass: Nach einem größeren Stromausfall in Berlin äußern etwa 30 Prozent erhebliche oder große Sorgen, dass ihnen zu Hause Ähnliches blühen könnte. Irgendwie spiegelt das die allgemeine Stimmung wider: Besorgnis und ein bisschen latente Unsicherheit machen sich breit. Die Umfrage, durchgeführt vom bewährten Team der Forschungsgruppe Wahlen, basiert übrigens auf 1.245 Interviews, über Festnetz und Mobilfunk quer durchs Land. Die nächsten Zahlen erwarten uns dann im Februar – die politische Lage bleibt wohl weiterhin alles andere als langweilig.

Die Ergebnisse des Politbarometers im Januar 2026 zeigen eine breite Skepsis gegenüber der NATO-Politik der USA unter Präsident Trump: Fast 80 Prozent befürchten eine Gefährdung des Verteidigungsbündnisses. Beim Thema Krisenintervention herrscht Uneinigkeit, und auch bei einer möglichen deutschen Beteiligung an der Sicherung einer Waffenruhe in der Ukraine gehen die Meinungen auseinander, wobei Ost und West unterschiedlich ticken. Wirtschaftlich steht die Ampel-Koalition weiterhin massiv in der Kritik, 71 Prozent der Befragten bescheinigen der Bundesregierung zu wenig Engagement zur Stärkung der Wirtschaft – dieses Thema wird auch in anderen Medien als wachsender Unsicherheitsfaktor für die gesellschaftliche Stimmung diskutiert. Rechtsextremismus bleibt laut Mehrheit die größte Gefahr für die Demokratie, während Linksextremismus umstrittener bewertet wird. Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen wird ein mögliches Erstarken der AfD zum Politikum, insbesondere im Osten, und löst deutliche Reaktionen aus. In den letzten 48 Stunden erörtern auch andere Medien Themen wie die Auswirkungen der US-Politik auf Europas Sicherheit, Produktionsrückgänge in der Industrie, und die Verschärfung der Debatte um Rechtsextremismus – wobei der Tenor stets eine wachsende Verunsicherung und Spaltung in der deutschen Gesellschaft betont.

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