Prien will Lohntransparenz möglichst mit wenig bürokratischem Aufwand erreichen

Karin Prien, Bundesfamilienministerin der CDU, bezieht Stellung zur viel diskutierten EU-Lohntransparenzrichtlinie. Sie hält an dem Vorhaben fest, Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu beseitigen, will dabei aber eine bürokratische Überladung für Unternehmen vermeiden.

heute 11:02 Uhr | 2 mal gelesen

„Dass Frauen in Deutschland selbst bei identischer Tätigkeit und Qualifikation in puncto Gehalt noch immer im Hintertreffen sind, ist kaum zu fassen“, so Prien in einem Gespräch mit der Funke-Mediengruppe – und spricht damit wohl vielen aus der Seele. Sie betont, dass die neue EU-Transparenzrichtlinie Licht ins Dunkel bringen soll: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, unabhängig vom Geschlecht. Auf die Frage, ob offene Gehälter für Zwist am Arbeitsplatz sorgen könnten, verweist sie auf die Unternehmenskultur: In manchen Firmen gehöre faire Bezahlung längst zum guten Ton und stärke letztlich den Wettbewerb. Prien spricht sich für eine möglichst unaufwändige Umsetzung der Richtlinie aus. Gerade für kleine Firmen setzte sie auf digitale Lösungen, „damit keiner im Bürokratie-Dschungel stecken bleibt.“ Der eigentliche Dreh- und Angelpunkt sei laut Prien ohnehin, Deutschland international konkurrenzfähig zu halten – und dazu gehöre auch ein gerechteres Lohnsystem. Interessant, wie Digitalisierung und Gleichstellung plötzlich gemeinsam am Sicherungsseil klettern.

Karin Prien äußert sich eindeutig zur EU-Regelung für Lohntransparenz und möchte die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen möglichst effizient beseitigen. Sie verspricht, bürokratische Hürden gering zu halten und besonders kleine und mittlere Unternehmen mit digitalen Lösungen zu unterstützen. In aktuellen Debatten aus Medien und Politik wird die Richtlinie unterschiedlich aufgenommen: Viele sehen darin einen wichtigen Schritt gegen Diskriminierung, andere fürchten einen zu hohen Aufwand für die Betriebe. Die Umsetzung steht in engem Zusammenhang mit der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Inzwischen berichten mehrere Medien, dass die Bundesregierung an einer schnellen, aber praktikablen Umsetzung der EU-Vorgabe arbeitet. Ausführlich diskutiert werden unter anderem die Details der Meldepflichten, etwa ab welcher Unternehmensgröße sie greifen und wie Mitarbeitende von mehr Gehaltstransparenz profitieren könnten.

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