Reden mit Charakter: Infineon, Siemens Energy und Hannover Re dürfen sich über den VRdS-Preis 2026 freuen

Remagen – Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) hat seinen Preis für Wirtschaftsrhetorik 2026 an Infineon, Siemens Energy und Hannover Re vergeben. Der Preis kürt jährlich die herausragendsten Reden auf den Hauptversammlungen der DAX-40-Konzerne. Das prmagazin begleitete die Auszeichnung als exklusiver Medienpartner.

heute 13:28 Uhr | 1 mal gelesen

Es gibt Reden – und es gibt Momente, in denen Worte wie maßgeschneidert wirken, so dass selbst der freundlichste Zuhörer einmal aufhorcht. Die Jury beim Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) hat für 2026, so scheint es, besonders die Lebendigkeit und Echtheit der Vortragenden belohnt. 25 Rhetorik-Profis legten dieses Jahr wieder die Lupe an die Hauptversammlungsreden der DAX-40-Unternehmen und bewerteten anhand mehr als zwanzig Kategorien von Ausdruck bis Argumentation. Und manchmal, zwischen KI-Diskussionen und Digitalisierung, ist es dann ganz simpel die Nähe zum Publikum, die sich durchsetzt. Infineon-CEO Jochen Hanebeck räumte den Hauptpreis für Rhetorik ab: Seine Ansprache – ungewöhnlich klar, nachvollziehbar strukturiert und durchdrungen von plastischen Analogien – schaffte es, selbst sperrige Technologie-Themen in fassbare Bilder zu verwandeln. Der Auftritt war kein leises Säuseln, sondern markierte einen echten Referenzpunkt für Kommunikation in der Wirtschaft. Siemens Energy-Chef Christian Bruch wurde erneut für den besten Auftritt gewürdigt. Was nach einer Überraschung klingt, könnte auch Absicht sein: Mit filmischem Einstieg, echter Bühnenpräsenz und direkter Publikumsansprache hielt er selbst Komplexes zugänglich. Videos, Mitarbeitergespräche, handfeste Requisiten – und eine Sprache, die man laut Jury-Mitglied Wittkopp als "klar und kraftvoll" erleben musste. Hannover Re und Clemens Jungsthöfel – hier war es eher die leise, sachliche Art, die überzeugte. Vizepräsident Sterzenbach lobte im Jury-Statement die Balance zwischen professioneller Distanz und echter Menschlichkeit. An diesem Punkt wird klar: Große Effekte sind verzichtbar, wenn Inhalte tragen. Ein kurzer Exkurs: Auch Adidas-CEO Bjørn Gulden kam für eine ehrliche, verbindende Ansprache in die engere Auswahl. Ebenfalls erwähnenswert: Stefan Klebert von GEA, der überzeugend zwischen Bodenhaftung und Vision wechselte, während Beiersdorf-Chef Warnery und Continentals Christian Kötz mit Molekülen und Kautschuk plötzlich fast poetische Bilder für ökonomische Vorgänge fanden. Bemerkenswert: Mehr und mehr Unternehmen haben laut VRdS erkannt, dass Hauptversammlungen nicht zwingend eine Medien-Show sind. Haltung, Authentizität, Direktheit und gelegentlich ein Funke Humor überzeugen das Publikum spürbar mehr als jede aufwendige Videopräsentation. Zudem kehren viele Firmen nach den Corona-Jahren in echte Veranstaltungshallen zurück. Physische Präsenz, so der Verband, bleibt für echte Wirkung unschlagbar. Hintergrund am Rande: Der VRdS-Preis wird seit vier Jahren verliehen. Neben den festen Kategorien Rhetorik und Auftritt wird ein wechselndes drittes Kriterium bepreist – diesmal war es "Menschlichkeit". Im vorigen Jahr lag der Fokus – ganz passend zur Zeit – bei "Zuversicht". P.S.: Wer Kontakt sucht, erreicht Christina Ullrich beim prmagazin ganz klassisch per Telefon oder E-Mail.

2026 erlebte die deutsche Unternehmenswelt erneut einen Höhepunkt rhetorischer Qualität: Infineon-CEO Hanebeck erhielt den Hauptpreis für seine außergewöhnliche Verständlichkeit, während Siemens Energy-Chef Bruch mit Bühnenpräsenz und Inszenierung überzeugte. Hannover Re wurde für eine besonders glaubwürdige und menschlich geprägte Ansprache ausgezeichnet. Die Trends der diesjährigen Reden spiegeln ein wachsendes Bedürfnis nach Authentizität und direktem Kontakt wider – Unternehmen setzen zunehmend auf persönliche, nahbare Kommunikation statt auf Showeffekte. Aktuelle Debatten um Wirtschaftskommunikation legen nahe, dass Reden vor Publikum in einer digitalisierten Welt wichtiger werden. Viele Unternehmen schätzen nach den Corona-Jahren den Live-Kontakt wieder verstärkt, wie jüngste Hauptversammlungen zeigen. Laut Medienberichten erhalten klare, empathische Reden, die auch auf gesellschaftliche Themen eingehen – etwa Nachhaltigkeit und KI – bei Investoren und Öffentlichkeit zunehmend Gewicht. (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de), [FAZ](https://www.faz.net), [Spiegel](https://www.spiegel.de))

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