Ein lauter Schlag, das Auto schlingert, das Herz rutscht in die Hose – Reifenplatzer auf der Autobahn sind ein Horror, den hoffentlich niemand erlebt. Im Ernstfall haben Ruhe und kühler Kopf Seltenheitswert, sind aber überlebenswichtig. Der ACV Automobil-Club Verkehr klärt auf, worauf es in Sekunden ankommt, wer informiert werden sollte und welche Vorkehrungen man treffen kann, damit es gar nicht erst passiert.
Im entscheidenden Moment richtig handeln
Bei 120 auf der linken Spur zerreißt plötzlich der Reifen – das ist wie ein böser Traum. Panik hilft da wenig, kontrolliertes Gegenlenken und sanftes Bremsen umso mehr.
Absichern, bevor geholfen wird
Steht man endlich auf der Standspur oder in der nächsten Nothaltebucht, heißt es: Warnblinker, Warnweste, Warndreieck – klassische Reihenfolge, aber zunehmend vernachlässigt.
Wen kontaktieren?
Polizei
Kein Muss, solange kein weiterer Schaden oder Gefahr für andere entsteht. Werden allerdings Personen verletzt, kommt man um den Notruf nicht herum. Liegen Reifenteile oder Fahrzeuge quer, sollte sowieso sofort die Polizei verständigt werden.
Pannendienst
Die Reifenpanne selbst am Randstreifen beheben? Klar, möglich – aber auf der Autobahn brandgefährlich. Pannendienst holen ist meist die sicherere Wahl, gerade wenn Ungewissheit über weitere Schäden herrscht.
Zahlt die Kfz-Versicherung?
Es kommt auf die Ursache an. Fahren über Nägel oder größere Fremdkörper? Dann springt manchmal die Vollkasko ein. Mutwillige Beschädigung: häufig ein Fall für die Teilkaskoversicherung. Ist niemand schuld – typische Materialschwäche etwa – bleibt man meist auf den Kosten sitzen. Spannend: Manche Versicherungen schauen sehr genau hin, was wirklich passiert ist.
Warum platzen Reifen?
- Falscher Druck: Fast schon ein Klassiker. Zu wenig Luft lässt den Reifen heißlaufen und von innen mürbe werden.
- Überladung: Viele unterschätzen, was ein Koffer oder ein Sack Zement mehr so ausmachen können. Überladen = erhöhtes Risiko für plötzliche Reifenschäden.
- Vorschäden: Bordsteinkante? Schlagloch? Oft sieht man den Unfall nicht mehr – bis es Wochen später knallt.
- Alte Reifen: Viele Fahrer vertrauen auf das Profil, vergessen aber: Gummi altert, egal wie tief die Rillen sind. Ab sieben Jahren heißt es besonders vorsichtig sein, auch wenn alles noch super aussieht.
Vorbeugen – die beste Versicherung
- Reifendruck mindestens monatlich und vor Urlaubsreisen prüfen. Die Anzeige blinkt? Sofort reagieren, nicht auf den nächsten Tankstopp verschieben.
- Regelmäßige Sichtkontrolle: Fremdkörper und Beschädigungen sofort entfernen oder prüfen lassen.
- Profiltiefe: Sommer mindestens 3 mm, Winter besser 4 mm.
- Kühle, dunkle Lagerung für saisonweise abgelegte Pneus – das macht älteres Gummi weicher.
Fragen? Pressesprecher Philipp Mathey steht bereit. ACV, An der Wachsfabrik 5, 50996 Köln. Telefon: +49 2236 94 98 104. Mail: mathey@acv.de, Webseite: www.acv.de
Reifenplatzer kommen meist völlig unerwartet und bringen selbst routinierte Fahrer ins Schwitzen – besonders auf der Autobahn, wo Sekunden für die Sicherheit ausschlaggebend sind. Hauptauslöser sind meist zu niedriger Reifendruck, Überladung des Fahrzeugs, Alterungsprozesse am Gummi oder nicht erkannte Schäden nach Bordsteinremplern. Prävention heißt: Regelmäßiger Reifendruck-Check, Kontrolle auf Risse und das Vermeiden von Überlastung – letztlich ist es ein Mix aus Technik und gesundem Misstrauen, der am besten schützt. Auch aktuelle Berichte deuten an, dass die zunehmende Hitzeperioden und stärkeren Temperaturschwankungen das Risiko für Reifenprobleme steigen lassen, was wiederum auf die Wartungskultur der Fahrer Einfluss haben sollte. Sowohl im internationalen Vergleich (etwa laut "The Local") als auch in aktuellen deutschen Medien wird die Bedeutung von Echtzeit-Reifendrucküberwachung (TPMS) hervorgehoben, wobei Deutschland hier bei der technischen Ausstattung vorn liegt. Laut "Süddeutsche", "Spiegel" und "FAZ" berichten Experten, dass Wartungsmängel weiter einer der Hauptgründe für Pannen auf Autobahnen sind, nicht zu unterschätzen bleibt aber auch der steigende Lkw-Verkehr, der das Unfallrisiko durch Fremdkörper auf den Straßen erhöht.