Das Prinzip hinter dem Rentensplitting klingt auf den ersten Blick fair: Ehe- oder Lebenspartner erhalten jeweils genau die Hälfte aller im Laufe des Arbeitslebens erworbenen Rentenpunkte, unabhängig davon, wer von beiden sie eingezahlt hat. Das wäre vor allem für Frauen von Vorteil, die oft in Teilzeit arbeiten oder für die Familie beruflich zurückstecken – also häufiger mit einer rententechnisch dünnen Decke dastehen. Allerdings ist bislang nichts offiziell beschlossen, die Kommission berät noch – und ist, wie es scheint, selbst noch unschlüssig.
Seit 2002 ist freiwilliges Rentensplitting zwar im Gesetz vorgesehen, erlebt aber eine Art Schattendasein: Kaum jemand nutzt es, weniger als tausend Paare jährlich. Viele schreckt ab, dass bei einem solchen Splitting dann ausdrücklich kein Anspruch mehr auf Hinterbliebenenrente – also etwa die klassische Witwen-, Witwer- oder Waisenrente – besteht. Klingt nach einem Deal, der unterm Strich für viele kaum attraktiv wirkt. Dennoch: Die Diskussion nimmt gerade erst Fahrt auf. Was daraus wird? Nichts Genaues weiß man nicht, aber das Thema bleibt spannend – und irgendwie auch typisch deutsch in seiner Komplexität.
Ein verpflichtendes Splitting der Rentenpunkte wird als Reformschritt diskutiert, um insbesondere Frauen im Alter besser abzusichern und soziale Gerechtigkeit innerhalb der Partnerschaft zu stärken. Kritisch wird jedoch gesehen, dass das Splitting bisher kaum genutzt wird, da es die Hinterbliebenenrente ausklammert und dadurch für viele uninteressant bleibt. Zuletzt gab es auch gesellschaftliche Diskussionen um die grundsätzliche Funktionsweise von Rentenmodellen in Deutschland, bei denen Themen wie Altersarmut, Geschlechtergerechtigkeit und Generationengerechtigkeit regelmäßig aufkommen.
Aktuell berichten mehrere Quellen über ähnliche Reformbestrebungen und den gesellschaftlichen Diskurs rund um die Rentenpolitik. Neu sind Debatten über mehr Eigenvorsorge, betriebliche Altersvorsorge sowie Ideen zu steuerlicher Entlastung von Ruheständlern. Zudem werden international verschiedene Rentensysteme herangezogen, um zu zeigen, wie unterschiedlich Länder das Problem Altersvorsorge angehen. Fachleute raten, bei allen Reformen auch den „langen Atem“ zu behalten – Rentenpolitik bleibt ein laufender Prozess.