Reservistenchef zweifelt an Bundeswehr-Freiwilligenmodell

Bastian Ernst, Chef des Reservistenverbandes, sieht das aktuelle Freiwilligenmodell der Bundeswehr kritisch – trotz positiver Entwicklungen bei jungen Menschen.

vor 30 Minuten | 2 mal gelesen

Also ehrlich: Ob die ehrgeizigen Ziele des Verteidigungsministers ohne eine Rückkehr zur Wehrpflicht erreichbar sind, steht für Bastian Ernst noch in den Sternen. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" gibt er sich abwartend – die nächsten Jahre werden es zeigen, sagt er. Gleichzeitig klingt bei Ernst auch echte Freude durch: Der Rücklauf der neuen Bundeswehr-Fragebögen sei mit rund 96 Prozent unter jungen Männern beeindruckend hoch. Das spiegele wider, was er selbst bei Gesprächen mit Jugendlichen beobachtet – ein gestiegenes Bewusstsein für den Wert der Demokratie und durchaus Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Interessant ist auch, dass sich das in steigenden Bewerbungs- und Einstellungszahlen bei der Bundeswehr widerspiegelt. Ob das langfristig reicht, um die Lücken zu schließen? Da bleibt noch Restzweifel.

Bastian Ernst, Präsident des Reservistenverbandes, begegnet den Erwartungen an das Bundeswehr-Freiwilligenmodell mit Vorbehalten und merkt an, dass erst die kommenden Jahre zeigen werden, ob die gewünschten Rekrutenzahlen ohne Wehrpflicht erreichbar sind. Zwar begrüßt er die hohe Beteiligung junger Männer am neuen Wehrdienst-Fragebogen und sieht darin ein Zeichen für gestiegene Verantwortungsbereitschaft der Jugend, hält aber fest, dass vor allem die weitere Entwicklung entscheidend bleibt. Aktuell diskutieren Gesellschaft und Politik in Deutschland verstärkt über Fragen der Wehrpflicht, den demografischen Wandel sowie die militärische und gesellschaftliche Resilienz vor dem Hintergrund der veränderten Bedrohungslage in Europa und wachsender Erwartungen an die Landesverteidigung. Die Bundesregierung betont, dass eine Modernisierung der Bundeswehr mit Anreizen für Freiwilligendienste Hand in Hand gehen müsse, während zugleich Initiativen zum Ausbau der Reserve und zur gezielten Ansprache von Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert werden.

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