Reservistenpräsident fordert: Deutsche Truppenpräsenz auf Grönland zur europäischen Sicherung

Angesichts der Befürchtung, die USA könnten sich Grönland einverleiben, plädiert Patrick Sensburg, Chef des Reservistenverbands der Bundeswehr, für die Stationierung von Bundeswehr-Soldaten auf der arktischen Insel.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Europa wirkt manchmal wie ein schläfriger Haufen, wenn es um geopolitische Fragen an den Rändern des Kontinents geht. Jetzt aber, so Patrick Sensburg, müsse gehandelt werden – in Richtung Grönland. Sensburg, seines Zeichens Präsident des Reservistenverbands, spricht Klartext: Zwei europäische Brigaden – geführt von Dänemark, aber mit deutlicher deutscher Beteiligung – sollten in kurzer Zeit auf die strategisch wichtige Insel verlegt werden. Warum? Weil die Sorge nicht aus der Luft gegriffen scheint, dass die USA, gerade unter einem Präsidenten wie Trump, Nägel mit Köpfen machen und sich Grönland unter den Nagel reißen könnten. Mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Grönland zum Zankapfel transatlantischer Interessen wird? Für die Bundeswehr, so Sensburg weiter, stecke darin auch eine unerwartete Möglichkeit: Soldaten könnten, jenseits der Winterkampf-Ausbildung in Mittenwald, in extremer Umgebung auf Grönland trainieren. Statt althergebrachter Routine winkt also echtes Abenteuer – und, vielleicht nicht ganz unwichtig, eine engere europäische Zusammenarbeit. Irgendwie klingt das ein bisschen nach einer Mischung aus riskantem Vorstoß und kühner Vision. Die Vorstellung davon, deutsche Soldaten unter Polarlichtern zu sehen, ist jedenfalls alles andere als gewöhnlich.

Patrick Sensburg, Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr, sieht die Gefahr, dass die USA tatsächlich auf einen Erwerb oder eine militärische Präsenz auf Grönland zusteuern. Er fordert als Antwort eine schnelle, europäisch geführte Truppenverlegung auf die Insel und sieht darin sowohl eine Sicherheitspolitische Notwendigkeit wie auch einen Mehrwert für die Ausbildung deutscher Soldaten. Derzeit ist die arktische Region durch den Klimawandel und die damit einhergehenden Rohstoffinteressen wieder verstärkt ins Zentrum geopolitischer Aufmerksamkeit gerückt. Zudem hat die jüngste NATO-Strategie festgelegt, die Nordflanke des Bündnisses zu stärken, da zunehmend auch Russland den arktischen Raum militärisch aufrüstet. In diesem Kontext wird nicht nur Grönlands politische Zukunft, sondern auch seine Bedeutung als potenzieller „Zankapfel“ zwischen Europa und den USA diskutiert. Auf internationaler Bühne gibt es auch Bedenken, wie sich dies auf das Verhältnis zu Dänemark, dem eigentlichen Souverän Grönlands, und zu den einheimischen Inuit-Bewohnern auswirkt.

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