CDU-Mann Mattfeldt fordert Rentenbonus für Handwerker und Gebühren für manche Studenten

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Haushaltsexperte Andreas Mattfeldt will das Lohn- und Rentenniveau für Handwerksberufe aufwerten – und nimmt gleichzeitig das deutsche Studiensystem ins Visier.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist kein Geheimnis: Handwerkerinnen und Handwerker werden mittlerweile beinahe wie Goldstaub gehandelt. Und Andreas Mattfeldt, der sich mit Finanzthemen in der CDU beschäftigt, stellt sich nun offen an deren Seite. Er meint, seit Jahren wurde „am Bedarf vorbei ausgebildet“ – zu viele Uni-Absolventen in geistes- oder kulturwissenschaftlichen Fächern, zu wenig junge Menschen, die richtig zupacken wollen oder können. Sein Vorschlag wirkt fast provokant: Wer sich fürs Handwerk entscheidet, soll später mehr Rente bekommen, etwa über zusätzliche Rentenpunkte. Mattfeldt hält das für mehr als nur ein Reparaturversuch – für ihn ist es ein Schritt hin zu stabilerem Wachstum und gesellschaftlichem Reichtum, sehr praktisch gedacht. Zwischendurch springt sein Gedanke aber auch in eine ganz andere Richtung: Er bringt Studiengebühren für Fächer wie Soziologie oder Politikwissenschaft ins Spiel, weil diese aus seiner Sicht den Arbeitsmarkt nicht so dringend benötigten Nachschub liefern. Dabei geht es ihm weniger ums Bestrafen, mehr um ein Signal: Handwerk muss wieder lohnenswerter für junge Leute werden. Oder wie er es der „Bild“ erklärt hat: „Dann kommen wir bei der Beschäftigung wieder besser ins Lot.“ Ob das funktioniert? Da bin ich ehrlich unschlüssig, denn gesellschaftlicher Nutzen lässt sich selten so greifbar in Rentenpunkte oder Gebühren abbilden.

Mattfeldts Vorschlag, Handwerkern einen Rentenzuschlag zu gewähren, trifft einen wunden Punkt im deutschen Arbeitsmarkt – der Mangel an qualifizierten Fachkräften steigt konstant. Nach neuesten Umfragen wünschen sich viele Menschen, dass handwerkliche Berufe gesellschaftlich stärker anerkannt und finanziell besser entlohnt werden, was durch solche Rentenreformen begünstigt werden könnte. Die Diskussion um Studiengebühren für bestimmte Fächer ist nicht neu, spaltet aber regelmäßig die Debatte um Bildungsgerechtigkeit und wirtschaftliche Notwendigkeiten. Überdies ist im Kontext der aktuellen Einwanderungsdebatte relevant, dass immer mehr Stimmen fordern, das Handwerk auch für Zuwanderer zu öffnen und attraktiver zu gestalten, etwa durch vereinfachte Anerkennungsverfahren. Der Ansatz, Rentenpunkte gezielt an Arbeitsmarktbedarf zu koppeln, würde allerdings eine umfassende Reform der Rentenversicherung erfordern, wie etwa ein Gutachten der Bundeszentrale für politische Bildung nahelegt; Fachleute warnen jedoch davor, Risiken wie neue Ungerechtigkeiten zwischen Berufsgruppen zu übersehen.

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