Deutsche zeigen klaren Rückhalt für Grönland-Verteidigung im Bündnisfall

Ein überraschend deutlicher Großteil der Deutschen ist dafür, Dänemark militärisch zur Seite zu stehen, sollte Grönland in der Arktis durch einen Angriff der USA bedroht sein. Die jüngste Umfrage zeigt: Solidarität in Sicherheitsfragen hat im öffentlichen Bewusstsein einen besonderen Stellenwert bekommen.

13.01.26 00:04 Uhr | 60 mal gelesen

Wenn man ehrlich ist, wäre die Vorstellung eines US-Angriffs auf Grönland noch vor Kurzem wohl ins Reich der Fantasie verbannt worden – und trotzdem hat Forsa jetzt genau dazu nachgefragt. Das Ergebnis: 62 Prozent der Deutschen meinen, man müsse notfalls gemeinsam mit anderen Verbündeten Dänemark beistehen, falls die Amerikaner tatsächlich militärischen Druck auf Grönland ausüben sollten. Ein Drittel der Befragten sieht das anders, sechs Prozent blieb die Fragestellung irgendwie zu schräg oder schwierig und sie enthielten sich. Unter Grünen-Anhängern erreicht der Beistandswunsch satte Dreiviertel, bei Union und Linken sind es immerhin 71 Prozent, bei der SPD 68 Prozent – was, ehrlich gesagt, schon für eine gewisse parteiübergreifende Einigkeit spricht. Bei der AfD sieht’s ziemlich konträr aus: 59 Prozent dort wollen Dänemark im Ernstfall lieber nicht helfen. Die zugrundeliegenden Daten hat Forsa im Auftrag des "Stern" am 8. und 9. Januar 2026 unter 1.002 Menschen erhoben – alles also ganz frisch, und angeblich repräsentativ.

Die neueste Forsa-Befragung zeigt, dass eine solide Mehrheit der Bundesbürger einen militärischen Beistand für Dänemark bei einem (wenn auch theoretischen) US-Angriff auf Grönland befürwortet. Wähler der Grünen, der Union, der Linken und der SPD sind dabei überdurchschnittlich solidarisch, während Afd-Anhänger eher skeptisch bis ablehnend reagieren. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen in der Arktis – übrigens auch durch faktisch zunehmende US-Präsenz und chinesisches Interesse – rückt die Frage nach Bündnistreue und Verteidigungsbereitschaft in Deutschland deutlicher ins öffentliche Blickfeld, wie aktuelle Medienberichte betonen. In den letzten 48 Stunden hat die Presse kaum über einen US-Angriff auf Grönland berichtet, jedoch nehmen Diskussionen rund um NATO-Bündnissolidarität, geopolitische Ambitionen in der Arktis und den Stellenwert von Allianzen in deutschen Umfragen immer mehr Raum ein. Zahlreiche Experten warnen davor, die Arktis als konfliktfreie Zone zu unterschätzen, weil Ressourceninteressen und strategische Positionen zunehmend betont werden. Auch in aktuellen Leitartikeln wird die Notwendigkeit einer abgestimmten europäischen Verteidigungspolitik herausgestellt, insbesondere im Hinblick auf mögliche außenpolitische Überraschungen.

Schlagwort aus diesem Artikel