Zusätzlich dürfen sich die Beschäftigten über eine Einmalzahlung von 700 Euro freuen – nicht unbedingt bahnbrechend, aber in der aktuellen Inflationslage auch kein Tropfen auf den heißen Stein. Der ausgehandelte Tarifvertrag gilt zunächst zwei Jahre und sieht daran anschließend eine Verhandlungsphase unter Friedenspflicht bis Ende März 2028 vor. Zugegeben: Die letzten Tarifrunden der Bahn waren oft begleitet von Streiks und viel öffentlichem Getöse – diesmal lief es offenbar erstaunlich ruhig ab. DB-Personalchef Martin Seiler sprach auf der Pressekonferenz von einer 'fairen, tragfähigen Lösung', die nicht nur für Planungssicherheit sorge, sondern den Mitarbeitenden ganz konkret etwas in den Geldbeutel spült. Bei der viel diskutierten Frage um das Tarifeinheitsgesetz haben beide Seiten einen Kompromiss gefunden: Statt Machtspiele um die Mehrheit in einzelnen Betrieben gibt es künftig eine neutrale, notarielle Mehrheitsfeststellung und bestimmte Tarifelemente gelten für Mitglieder auch dann, wenn deren Gewerkschaft nicht die Mehrheit hat. Eine größere Ausweitung der GDL-Tarifverträge, wie es die GDL ursprünglich gefordert hatte, findet aber nicht statt – hier war offenbar für beide Seiten Schluss mit der Nachgiebigkeit.
Die Einigung zwischen Bahn und GDL markiert das Ende eines zwölf Monate dauernden Tarifstreits, der zeitweise zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr führte. Neben der Gehaltserhöhung und der Einmalzahlung enthält der Vertrag erstmals eine neue Entgeltstufe, die insbesondere jüngeren Beschäftigten schnelle Gehaltssteigerungen ermöglicht. In Medien wird betont, dass der Kompromiss von beiden Seiten als 'Stabilitätsfaktor' für die kommenden Jahre bewertet wird, während Branchenbeobachter anmerken, dass das Verhandlungsergebnis signalisiert, dass Arbeitskämpfe auch ohne Streiks erfolgreich beigelegt werden können.