SAP und Sopra Steria schmieden europäische Cloud-Allianz – digitales Selbstvertrauen soll wachsen

München/Hamburg – Die neue Partnerschaft, besiegelt auf der Münchner Sicherheitskonferenz, setzt ein selbstbewusstes Signal: Digitale Schlüsseltechnologien gehören strukturell und rechtlich auf europäische Beine.

heute 10:33 Uhr | 2 mal gelesen

Die Unterzeichnung dieses Bündnisses fand in illustrer Runde statt: Der frühere Vizekanzler Joschka Fischer, Frankreichs Europaminister Benjamin Haddad und der französische Botschafter François Delattre wohnten dem Ereignis bei.

Die Kooperation zwischen Sopra Steria und SAP wurde mit großer Geste auf der Münchner Sicherheitskonferenz gestartet. Besonders ins Auge fällt dabei die SAP Sovereign Cloud, die für besonders sensible Bereiche gedacht ist: Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, öffentliche Stellen, Kritische Infrastrukturen – Bereiche, in denen heutzutage die Frage nach Kontrolle und Souveränität kaum noch von der technischen zu trennen ist.

Frédéric Munch, Chef von Sopra Steria für Deutschland und Österreich, brachte es auf den Punkt: „Digitale Souveränität ist das Zünglein an der Waage für Europas politische und wirtschaftliche Autonomie.“ Mit der neuen Cloud wird ein Raum geschaffen, in dem europäische Prinzipien nicht nur behauptet, sondern technisch untermauert werden.

Auch Martin Merz, Präsident der SAP Sovereign Cloud, hob die Bedeutung solcher Allianzen hervor – sie seien mehr als Symbolik, sie seien das Fundament, auf dem Europas digitalkritische Prozesse künftig sicher stehen müssten. Die Partnerschaft sei ein Angebot gegen Abhängigkeiten und für die Stärkung des Kontinents.

Ein Grund für das Bündnis: Ein Großteil von Europas Organisationen hält geschäftskritische SAP-Systeme noch aus guten Gründen von der Cloud fern – nicht zuletzt wegen rechtlicher Grauzonen, fehlender klarer Verantwortlichkeiten und Compliance-Risiken, gerade bei streng regulierten Sektoren. Die Anforderungen wachsen, und die Zeit der Ausreden scheint vorbei.

Das Ziel: Eine europäische Option, robust, nachprüfbar und verlässlich, als echte Alternative zu Nicht-EU-Providern. SAP will satte 20 Milliarden Euro in den Aufbau solcher Lösungen stecken; Sopra Steria bringt seine Erfahrung, speziell aus sicherheitskritischen Projekten, bei der Umsetzung ein. Hauptsache, die Kontrolle bleibt hier in Europa – Geschwindigkeit ist wichtig, aber nicht auf Kosten der Sorgfalt.

Joschka Fischer sagte dazu nüchtern: Jetzt reicht es nicht mehr, nur über Digitalstrategie zu reden – Europa muss liefern, punkt. Für die Entwicklung von KI „made in Europe“ ist diese Cloud-Lösung eine tragende Säule: sie stellt sicher, dass Vertrauen, Regulierung und Klarheit Hand in Hand gehen können, so das Versprechen.

Benjamin Haddad, der franz. Europaminister, betonte: Zeit für große, gemeinsame Projekte sei jetzt – nicht morgen. Die Partnerschaft setze Maßstäbe, wie Europas digitaler Weg souverän aussehen kann.

Über Sopra Steria

Sopra Steria beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende in beinahe 30 Ländern. Das Unternehmen setzt auf tiefgreifendes Branchenwissen, Beratung und technologiegetriebene „End-to-End“-Services. Die Menschen stehen laut eigener Aussage im Zentrum, Ziel ist eine Digitalisierung zum Wohle der Gesellschaft und Wirtschaft. 2024 lag der Umsatz bei 5,8 Milliarden Euro.

Sopra Steria ist an der Euronext Paris gelistet (ISIN: FR0000050809), mehr unter www.soprasteria.com.

Die Allianz zwischen SAP und Sopra Steria markiert einen entschlossenen Schritt hin zu mehr digitaler Eigenständigkeit Europas, vor allem da geopolitische Spannungen und regulatorische Hürden die Notwendigkeit deutlich machen, sensible Daten auf europäischem Boden und nach EU-Recht zu betreiben. Mit der SAP Sovereign Cloud sollen vor allem kritische Bereiche – von Regierungsstellen bis Verteidigung – einen vertrauenswürdigen Cloud-Service erhalten, dessen Kontrolle und Aufsicht nicht ins Ausland abwandert. Während SAP immense Investitionen in Infrastruktur und KI plant, liefert Sopra Steria Know-how in hochsensiblen Projekten und bringt diese Lösungen in komplexe, streng geschützte Umgebungen.

Aktuelle Recherchen zeigen, dass der Push zu digitaler Souveränität auch angetrieben wird durch internationale Entwicklungen wie zunehmende Cyberangriffe sowie verstärkte politische Diskussionen über Technologieförderung und eine EU-Strategie gegen Abhängigkeiten von US-amerikanischen und chinesischen Anbietern. Die SAP Sovereign Cloud ist damit ein Teil der umfassenderen Europäischen Cloud-Initiative (wie Gaia-X), zu der sich immer mehr Unternehmen bekennen. Mehrere neue Medienartikel betonen, dass Behörden und Unternehmen sich zunehmend Lösungen wünschen, die nicht nur Sicherheit und Compliance, sondern auch Innovationskraft im Feld der künstlichen Intelligenz bieten, und dass die Partnerschaft als Ausdruck eines neuen digitalen Selbstbewusstseins Europas gelesen wird.

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