Leipzig erblüht im Frida-Kahlo-Fieber: Neue Ausstellung taucht ins Innenleben einer Ikone ein

So viel Farbe, so viel Gefühl: Ab Februar 2026 verwandelt das Kunstkraftwerk Leipzig seine riesigen Hallen in einen vibrierenden Tempel für Frida Kahlo. Diese Immersivausstellung ‚VIVA FRIDA KAHLO‘ nimmt die Besucher mit auf eine emotionale, bildgewaltige Zeitreise: Das Leiden, die Leidenschaft, der Stolz und auch die Zweifel der berühmten mexikanischen Künstlerin werden, flankiert von augenzwinkernden Installationen und digitalem Zauber, auf neue Weise lebendig.

heute 12:01 Uhr | 2 mal gelesen

Frida Kahlo – dieser Name klingt wie ein Versprechen: auf Rebellion, Intensität, stilistische Unruhe. Ihre Bilder, manche wie frische Wunden, andere halb Traum, halb Revolte, reichen weit über Leinwände hinaus. Es klingt vielleicht etwas übertrieben, aber es stimmt: Wer an Kahlo denkt, denkt automatisch an Schmerz und Lebenslust in einem Atemzug. Ihr Werk begann buchstäblich aus dem Krankenbett, nachdem ihr Körper durch einen Unfall fast zerbrochen war – doch Geist und Farben ließen sich nicht bändigen. Klar, Surrealismus schwebt über allem, aber ebenso mexikanische Volkskunst, farbige Totenköpfe, mythologische Frauenfiguren. Die Ausstellung im Leipziger Kunstkraftwerk macht genau das zum Ausgangspunkt: Statt stummer Gemälde warten 360-Grad-Bilder und Klangkulissen, Projektionen, Stimmen, Möglichkeiten der Interaktion. Das Publikum streift durch die „Casa Azul“, Fridas Zuhause – fast fühlt man sich, als schleiche man als Geist durch ihre Vergangenheit. Ein audiovisuelles Mosaik, das Kahlo selbst anhand ihrer eigenen Worte lebendig werden lässt. Besonders wuchtig: der gigantische Totenschädel im Herzen der Kesselhalle, umspielt von Licht und Farbe, eine Reminiszenz an den mexikanischen Día de los Muertos. Wer sich weiter einlässt, kann in den Türmen des ehemaligen Kraftwerks selbst aktiv werden: Hier sind nicht alle Informationstafeln stumm, sondern reagieren, wenn Besucher mitmachen. Digitale Stationen, AR-Spielereien – auch Fans von Fridas extravaganter Mode kommen auf ihre Kosten. Für Paolo Löffler vom Kunstkraftwerk steckt Herzblut in dieser Schau: Seiner Ansicht nach ist es weniger eine trockene Retrospektive, sondern eine emotionale Reise durch ein Leben voller Widerhaken. Alles ist maßgeschneidert für Leipzig, in Kooperation mit internationalen Kreativen und Technikern, vor Ort realisiert. Übrigens: Der Vorverkauf läuft schon, alle Infos gibt’s auf der Website – und wer nicht gerne vor verschlossenen Türen steht, bucht besser früh.

Die multimediale Show im Kunstkraftwerk bringt Frida Kahlos sonst oft entrückte Hochkunst zum Greifen nah – mit Projektionen, Erzählstimmen, digitalen und physischen Stationen. Sie erzählt nicht nur von Leid und Farben der Künstlerin, sondern zelebriert auch die mexikanischen Traditionen, insbesondere den Día de los Muertos, auf eine neue Weise. In jüngsten Pressestimmen wird die Ausstellung als gelungene Verbindung von Kunstvermittlung, Technik und sensibler Annäherung an eine schwierige, aber inspirierende Biografie gelobt. Aktuelle Recherchen zeigen, dass immersive Kunsterlebnisse, wie etwa die Van-Gogh- oder Monet-Formate in Deutschland, große Publikumserfolge feiern. Dennoch bleibt die Debatte lebendig, ob die Transformation klassischer Kunst in begehbare Projektionen die Tiefe des Originals erhalten kann oder eher Eventcharakter hat. Gerade im Leipziger Kunstkraftwerk zeichnen sich die Veranstaltungen durch besonders mutige Konzepte an der Schnittstelle zwischen kulturellem Anspruch und Popkultur aus.

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