Toleranzgespräche 2026: Widerstand mit Weitblick

Fresach, ein verschlafenes Kärntner Bergdörfchen, rückt auch 2026 wieder ins Zentrum brisanter Debatten: Die Europäischen Toleranzgespräche stellen die Frage, wie man sich klug und wirksam gegen Missstände, politische Fehlentscheidungen oder gesellschaftliches Unrecht verhalten kann. Den Auftakt macht ein Gedächtniskonzert zu Ehren Ingeborg Bachmanns, die sich ihr Leben lang gegen soziale Kälte und Machtmissbrauch stellte. Rund 40 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen suchen im Mai gemeinsam Antworten, wie Widerstand heute geht.

heute 12:59 Uhr | 4 mal gelesen

Zugegeben, Begriffe wie 'Widerstand' und 'Verantwortung' klingen nach Revolution, nach großen Gesten – oder ganz profan nach Wahlkampfparolen. Doch was steckt eigentlich wirklich dahinter? Gerade in diesen unruhigen Zeiten fühlt sich alles ein bisschen wackelig an, als hätte jemand am Tisch der europäischen Gesellschaft gerüttelt. Während die Vergangenheit mit Frieden, Wirtschaftswachstum und der scheinbaren Unverletzlichkeit liberaler Demokratien lockte, stehen plötzlich wieder Mauern zwischen Menschen und Staaten. Es gibt, Pardon, einen leicht bitteren Beiklang, wenn das Wort 'Widerstand' fällt – man denkt an Demonstrationen, vielleicht illegale Plakate, zuweilen an Zivilcourage im Kleinen. Doch muss Widerstand notwendigerweise ein Krawall sein? Eher nicht. Gerade in Demokratien gibt es viele leise, aber wirksame Wege, sich gegen Unrecht zu stemmen. Problematisch wird es, wenn die demokratische Hülle selbst brüchig wirkt: Dann ist Stillhalten keine Option mehr – doch auch blinder Aktionismus hilft nicht weiter. Es braucht, so scheint mir, eine Gemeinschaft, die mit klarem Kopf und offenem Herz zusammensteht. Die Europäischen Toleranzgespräche in Fresach setzen genau hier an: Sie möchten Diskursräume öffnen, persönliche Verantwortung betonen, aber eben auch praktisches Handeln lehren und ermutigen. Auffällig: Die Themen werden nicht festgeklopft, sondern bewegen sich wendig zwischen Philosophie, Wirtschaft und Alltagsrealität. Der Ablauf? Klingt dicht und abwechslungsreich: Vom Forum in der Wiener BKS Bank bis zum Toleranzfrühstück im Wirtshaus, vom Ehrengastempfang und Preisverleihungen bis zu Lesungen widerständischer Art. Besonders schön finde ich: Vieles spielt sich in offener Atmosphäre ab, zum Zuhören, Mitreden oder schlicht Nachdenken. Was vielleicht noch untergeht: Seit 2015 lebt Fresach in der Tradition der legendären Schriftstellertagungen weiter – immer ging es darum, Worte zu finden gegen Verdrängung und Dumpfheit. Und auch heute, während Europa erneut über Grenzen, Teilhabe und Identität diskutiert, bleibt die Einladung zur Debatte dringender denn je. Wer Lust hat, mischt sich ein – und wenn nicht, bleibt immer noch der Livestream. Die Gedanken bleiben.

Die Europäischen Toleranzgespräche 2026 nehmen eine ökologisch und politisch schwierige Zeit zum Anlass, grundlegende Begriffe wie Widerstand und Verantwortung neu zu vermessen. Im Fokus steht die Frage, wie Einzelne wie auch Gemeinschaften klug und mutig auf Bedrohungen demokratischer Werte reagieren – ohne blinden Aktivismus, aber auch nicht durch Passivität. Das Programm bringt eine Vielzahl von Stimmen zusammen, die praktische, ethische und gesellschaftliche Perspektiven einbringen – und setzt damit ein Zeichen für offene Debatte und gelebte Zivilcourage. Aktuelle Berichterstattung unterstreicht die wachsende Bedeutung von zivilgesellschaftlichen Diskussionsforen in Europa. Laut der Süddeutschen Zeitung fand kürzlich eine Debatte über Meinungsfreiheit und die Bedeutung bürgerschaftlicher Solidarität statt, bei der betont wurde, wie wichtig demokratische Lernräume in der Krise sind (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die Zeit hebt in einem neuen Artikel hervor, dass gerade in Österreich viele Veranstaltungen ein neues Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung schaffen, inspiriert unter anderem von Persönlichkeiten wie Ingeborg Bachmann (Quelle: Die Zeit). Auch die FAZ berichtet über das aktuelle Erstarken von Bürgerinitiativen und kritischer Öffentlichkeit, die sich verstärkt gegen politische Gleichgültigkeit engagiert (Quelle: FAZ).

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