Fußball lebt am meisten vom Drama – und Schalke legte am 19. Zweitliga-Spieltag einmal mehr ein Herzschlagfinale hin. Gegen Kaiserslautern drohten die Königsblauen nach einer durchwachsenen Partie lange Zeit, leer auszugehen: Ivan Prtajin nickte die Gäste erst in der 61. Minute in Führung und legte dann in der 84. sogar nach – ein Doppelschlag, der nach Vorentscheidung schmeckte. Doch Coach Muslic, der seinen Neuzugang Edin Dzeko zunächst auf der Bank schmorte, brachte ihn dann doch. Und plötzlich – Dzeko macht das Spiel noch einmal spannend, trifft in der 87. zum Anschluss. Weil „Wunder“ offenbar ab und zu noch Schalke-intern bestellbar sind, war es in der 90. Minute Kenan Karaman, der mit Wucht ausglich. Über die anderen Paarungen: Paderborn musste gegen Aufsteiger Preußen Münster früh zittern – Amenyido staubte nach Chaos im Strafraum zum 0:1 ab, aber Münster schwächte sich nach nicht mal einer halben Stunde durch eine Rote Karte gegen Bouchama selbst. Paderborn arbeitet sich mühsam heran, Steffen Tigges trifft zuerst zum 1:1, dann sorgt er mit seinem zweiten Tor dafür, dass Münster ohne Punkt abreist. Und dann noch Elversberg gegen Bochum: Ein Duell, das von Tempo, aber auch Unentschlossenheit geprägt war. Pannewig bringt Bochum vorne, aber Petkov egalisiert. Danach passiert – außer viel Raserei und ein paar Halbchancen – praktisch nichts mehr.
Das Schalke-Spiel war ein Paradebeispiel für die emotionale Achterbahnfahrt, die Fußballfans ertragen (und vielleicht insgeheim suchen). Besonders auffällig: Der Trainerwechsel und die späte Einwechslung eines Hoffnungsträgers wie Dzeko dürfen im Abstiegskampf nicht unterschätzt werden. Die Mannschaft zeigte plötzlich Leidenschaft, als die Messe eigentlich gelesen schien – ein typischer Schalke-Moment. Der Parallelvergleich zu den beiden anderen Spielen des Tages zeigt, dass die zweite Liga inzwischen eine unberechenbare Bühne für Sensationen und dramatische Wendungen ist. Neben dem späten Ausgleich bei Schalke ist vor allem das Durchhaltevermögen von Paderborn bemerkenswert, die einen Rückstand und Unterzahl des Gegners zum Sieg nutzten. Elversberg und Bochum lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe ohne Sieger – beide Teams müssen sich mit einem Punkt begnügen. Netzreaktionen und Stimmen der beteiligten Trainer zeigen, dass die Erwartungsschere zwischen Fans, Spielern und Verantwortlichen immer weiter auseinandergeht. Ein weiteres Detail: Die TV-Übertragungen der 2. Liga werden weiterhin stark nachgefragt, wie aktuelle Quoten belegen. Die Außenseiterrolle von Vereinen wie Münster bleibt trotz Niederlage ein mediales Thema.