Schlaflosigkeit – Wie nächtlicher Raubbau am Schlaf unser Leben aus dem Ruder bringt

Mainz – Ungefähr jeder dritte Mensch in Deutschland kennt das Problem: Der Schlaf will nicht kommen, die Nacht wird zum Kampfplatz. Fehlende Nachtruhe macht auch die Stunden bei Tageslicht zur Last. In der ZDF-Reportage "Schlaflos: Wenn die Nacht nicht zur Ruhe kommt" treffen wir auf drei mutige Menschen, die tagtäglich ringen – mit sich, dem Alltag und dem permanenten Müdesein. Die Sendung (Autorin: Daniela Hoyer) läuft am Dienstag, 13. Januar 2026, um 22:15 Uhr im ZDF. Online ist die Reportage bereits ab 8:00 Uhr morgens abrufbar.

05.01.26 13:01 Uhr | 27 mal gelesen

Schlaf als Mangelware – krank durch Erschöpfung

Susanne empfindet schon beim Gedanken ans Zubettgehen Beklemmung. Seit sie den Brustkrebs überstanden hat, ist Einschlafen für sie zu einer Lotterie mit schlechten Chancen geworden. Die Therapie hat ihren Hormonhaushalt ins Chaos gestürzt, nächtliche Hitzewellen werfen sie aus der Bahn. Ruhe? Nur eine blasse Erinnerung. Doch Susanne bäumt sich auf, will sich den Schlaf zurückholen – mit der Unterstützung eines professionellen Schlafcoachs geht sie neue Wege.

Waldemar wiederum hat die Hoffnung beinahe aufgegeben. Fast jede Nacht grübelt er – berufliche Sorgen, familiärer Druck, die ewige Selbständigkeit. Sie lassen ihn kaum fünf Stunden schlafen. Immer wieder fragt er sich: Kommt das von irgendwo tief im Inneren? Oder ist der Körper schuld? Im Schlaflabor soll das Rätsel gelöst werden, irgendwann, vielleicht.

Wenn Arbeit Schlaf zu Luxus macht

Katharina pflegt Leben auf der Intensivstation – ihren eigenen Rhythmus sucht sie vergeblich. Schichtdienst, wechselnde Arbeitszeiten, das ständige Gefühl, immer funktionieren zu müssen, zermürben sie. Fehler sind verboten – doch wo bleibt dann das Abschalten? Gemeinsam mit Kolleginnen wagt sie sich an Meditation und Atemübungen. Ein Versuch, die Übermacht der Schlaflosigkeit zu brechen.

Die Reportage beleuchtet, wie Schlafprobleme nicht nur Einzelne, sondern auch deren Umfeld und gesamte Tagesverläufe beeinträchtigen. Schlafcoachings, medizinische Untersuchungen und Entspannungsmethoden wie Meditation sind zentrale Lösungsansätze, doch häufig bleibt deren Erfolg unsicher – dies zeigt das persönliche Ringen der Protagonisten. In Deutschland sind laut einer aktuellen Studie rund 34 % aller Erwachsenen von Ein- oder Durchschlafstörungen betroffen, wobei gesellschaftlicher Druck, Schichtarbeit, physische Erkrankungen und mediale Dauererreichbarkeit den Nachtruhe-Stress noch verstärken.

Neue Erkenntnisse betonen zudem die Bedeutung einer guten Schlafhygiene: Regelmäßige Aufstehzeiten, Entspannung vor dem Schlafengehen (wie Verzicht auf Bildschirme oder warme Bäder) können helfen, so verschiedene Schlafexperten in Medienberichten der letzten beiden Tage. Die Digitalisierung verschärft das Problem teils – viele Arbeitnehmer nehmen Arbeit digital mit ins Bett, was die Schlafqualität mindert (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Außerdem gibt es verstärkt Hinweise, dass selbst bei gesunden Menschen schon geringe Schlafdefizite die Konzentration und das seelische Wohlbefinden empfindlich beeinträchtigen (Quelle: FAZ). Auf politischer Ebene werden Initiativen für mehr Prävention und niedrigschwellige Hilfsangebote für Schlafgestörte diskutiert (Quelle: Spiegel Online).

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