Wer schon mal online Medikamente bestellt hat, ahnt vielleicht nicht: Manchmal steckt gar nicht viel Kontrolle dahinter – besonders, wenn die Päckchen aus dem Ausland ankommen. Zwei aktuelle Urteile des Landgerichts Köln (vom 18. und 19. März 2026) gegen den niederländischen Versandhändler Apomeds B.V. zeigen, wie leicht Versender ohne hiesige Zulassung Präparate nach Deutschland schicken können – sogar riskante Abnehmspritzen. Nach der Beweisaufnahme zog sich Apomeds einfach zurück – angeblich folgt die Liquidation, doch die Geschäfte laufen einfach anderswo weiter, z.B. via Großbritannien. Aus Sicht der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) ist das ein klarer Beleg für die fehlende Kontrolle und einen enormen Bedarf nach schärferen Gesetzen: Es gibt zahlreiche Anbieter, die offenbar mit minimalem Aufwand, meist ohne fachkundiges Personal und ohne angemessene Kontrolle Arzneimittel nach Deutschland liefern.
Dr. Armin Hoffmann, Präsident der AKNR, spricht von einem riskanten Blindflug für den Verbraucherschutz: In den Niederlanden fehle es an Aufsicht – vor allem bei sensiblen Medikamenten. Dr. Bettina Mecking ergänzt, dass der Verbraucher keinesfalls vor illegalem Versand geschützt sei – es reiche nicht, auf ein paar reduzierte Lieferungen oder Gerichtsverfahren zu hoffen. Und auch Dr. Morton Douglas, der die AKNR rechtlich vertritt, stellt klar: Die großen deutschen Versender wie DocMorris und Shop-Apotheke sehen sich nicht zu Unrecht kritisiert, sollen aber ablenken. Das eigentliche Problem sitzt tiefer: Anbieter wie Apomeds, Wellster oder Zava umgehen tägliche Standards und Recht – die Politik dürfe hier nicht länger zuschauen. Sonst drohe der Vertrauensverlust in Apotheken und das ganze System der Arzneimittelversorgung. Oft ist eben nicht alles kontrolliert, was aus dem Netz kommt – eine Tatsache, die vielen wohl erst beim Lesen solcher Fälle klar wird.
Wer steckt dahinter? Die AKNR ist für die Vertretung von über 12.200 Apothekern zuständig und sieht sich als Garant für eine fachlich gesicherte, heimatnahe Arzneimittelversorgung.
Grenzüberschreitender Versandhandel mit Arzneimitteln bleibt eine offene Baustelle für den Verbraucherschutz in Deutschland. Die jüngsten Kölner Gerichtsurteile gegen den niederländischen Anbieter Apomeds B.V. belegen, dass Anbieter ohne nennenswerte regulatorische Hürden selbst sensible Produkte nach Deutschland liefern. Das Problem wird verschärft durch immer raffiniertere Umgehungsstrategien: Unternehmen verlagern ihre Aktivitäten bei drohender Kontrolle ins Ausland, sei es nach Großbritannien oder über neue Online-Plattformen. Die Apothekerkammer Nordrhein setzt sich deshalb für eine deutlich strengere Gesetzgebung ein und fordert sofortige Maßnahmen von der Politik. Aktuelle Medienberichte bestätigen, dass Verbraucher durch unseriöse Plattformen, fehlende Kontrolle und unklare Herkunft der Arzneimittel realen Risiken ausgesetzt sind – Problemfälle wie Abnehmspritzen sind besonders umstritten. Die Debatte um stärkeren Schutz nimmt weiterhin Fahrt auf, da verschiedenen Untersuchungen zufolge neben Einzelmedikamenten auch sog. Lifestyle-Präparate vielfach illegal oder ohne ausreichende Beratung bis zur Haustür gelangen.